Volleyball-Champions-League : Die BR Volleys gewinnen gegen Maaseik

Die Berliner starten mit einem klaren Sieg in die Champions League. Nicht nur der Hallen-DJ gibt Vollgas.

Die Volleys setzten sich in eigener Halle gegen die Gäste aus dem belgischen Maaseik durch.
Die Volleys setzten sich in eigener Halle gegen die Gäste aus dem belgischen Maaseik durch.Foto: imago/Nordphoto

Wie immer haute der DJ in der Max-Schmeling-Halle einen Gassenhauer nach dem anderen raus. „Ein Freund, ein guter Freund“ ertönte es, wenn der Gegner mal wieder eine Angabe ins Netz ballerte. „Halleluja Berlin“ trällerte die Stimme von Rainald Grebe aus den Boxen bei einem Punktgewinn der Volleys. Und wenn einer ihrer US-Amerikaner den Ball ins Feld der Gäste drosch, erklangen die Beach Boys mit „Surfin' U.S.A.“ Für einen erfolgreichen Angriff des belgischen Gegners aus dem Städtchen Maaseik in der Provinz Limburg hatte der DJ keinen Titel parat. Warum auch, die Berliner Volleyballer spielten schließlich vor eigenem Publikum. Am Ende hatte vielleicht auch der eifrige DJ einen kleinen Anteil daran, dass die Berliner ihren Auftakt in die Champions-League-Saison erfolgreich gestalteten. Sie setzten sich 3:1 (25:23, 25:22, 18:25, 25:18) durch.

Es war ein stimmungsvolles, hochklassiges und auch spannendes Volleyballspiel am Donnerstag vor rund 4000 Zuschauern. Schon der erste Satz wogte hin und her. Die Volleys lagen lange zurück, obwohl Benjamin Patch in den ersten Minuten viel Lust am Spiel zeigte. Der Diagonalangreifer kann springen, als hätte er Sprungfedern an seinen Schuhen. Am Block der Belgier schmetterte er immer wieder vorbei. Gegen Ende des Durchganges lagen die Volleys dann in Führung. Die Entscheidung brachte aber ein Nebendarsteller: Mittelblocker Georg Klein, bis dahin keine Sekunde auf dem Feld, wurde eingewechselt und schlug eine Angabe, die besonders flatterig durch die Luft segelte. Die Annahme der Belgier war damit überfordert, die Volleys lagen 1:0 vorne.

Es war dies wichtig für die Nerven der Mannschaft von Trainer Cedric Enard. Zuletzt hatten die Berliner zum zehnjährigen Jubiläum in der Max-Schmeling-Halle vor großer Kulisse gegen Frankfurt verloren. Es war bereits die zweite Heimniederlage in der noch jungen Spielzeit. Gegen die Belgier wollten die Volleys zeigen, dass sie keine Scheu vor Spielen in der eigenen Halle haben.

Das gelang auch danach gut. Dank stabiler Annahme und präziser Anspiele von Jan Zimmermann lag Enards Team nach knapp einer Stunde 2:0 nach Sätzen vorne. Aber einer fehlte noch, und im dritten Durchgang zogen die Belgier schnell davon. Zwar verkürzten die Volleys zwischenzeitlich auf vier Punkte, am Ende ging der Satz aber klar an die Gäste. So mussten die Volleys in die Verlängerung. Dort zeigten sie den Kampfgeist, den Enard zuletzt von seinem Team eingefordert hatte. Und so machten sich die Zuschauer mit einem guten Freund in den Ohren auf den Heimweg.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!