Zweite Liga : Der 1. FC Union unterliegt 0:1 gegen Nürnberg

Der Berliner Zweitligist verliert im Aufstiegsrennen weiter an Boden. Drei Spieler müssen am Freitagabend mit Rot vom Platz.

Kristian Pedersen (2.v.l) und Sebastian Polter (2.v.r) vom 1.FC Union Berlin und Ewerton (l) und Patrick Erras (r) vom 1.FC Nürnberg kämpfen um den Ball.
Kristian Pedersen (2.v.l) und Sebastian Polter (2.v.r) vom 1.FC Union Berlin und Ewerton (l) und Patrick Erras (r) vom 1.FC...Foto: dpa

André Hofschneider hatte sich vor dem Spiel endlich mal ein glückliches Händchen gewünscht. In dieser Saison hat beim 1. FC Union noch kein Einwechselspieler ein Tor erzielt und dabei blieb es auch am Freitag beim 0:1 (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg. Ein ziemlich unglückliches Händchen hatte Unions Trainer aber nicht nur, weil die eingewechselten Damir Kreilach und Philipp Hosiner keinen Treffer erzielten, sondern vor allem weil er sich als Ersatz für den kurzfristig erkrankten Steven Skrzybski für Akaki Gogia entschied. Der im Sommer von Dynamo Dresden gekommene Offensivspieler war zwar in der ersten Halbzeit an den meisten gefährlichen Szenen beteiligt, leitete vor 21.734 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei aber auch das 0:1 mit einem kapitalen Fehlpass ein. Ohne Bedrängnis spielte er den Ball in der 10. Minute in die Füße von Mikael Ishak, seines Zeichens bester Torschütze der Zweiten Liga. Dessen Schuss konnte Marc Torrejon zwar noch abwehren, nach der folgenden Ecke köpfte Ewerton dann allerdings ziemlich freistehend ein.

Es war ein früher Schock für die Berliner, die sich vor dem Spiel sehr viel vorgenommen hatten. Nach sechs Spielen ohne Sieg und dem 2:2 nach 0:2-Rückstand am Dienstag in Kiel wollte Union die Aufholjagd auf die Aufstiegsplätze starten. Dementsprechend angeschlagen wirkten sie nach dem frühen 0:1 für einige Minuten. Nürnberg zog sich weit zurück und überließ Union die Initiative. Die Berliner, die ohne Skrzybski wieder zu ihrem alten 4-2-3-1-System zurückkehrten, wussten mit dem Ball anfangs aber nicht sonderlich viel anzufangen. Sie ließen ihn auf der Suche nach der nötigen Sicherheit durch die eigenen Reihen laufen, verhedderten sich aber zu oft in Nürnbergs eng gestaffelter Hintermannschaft. Abgesehen von einem Kopfball durch Toni Leistner, der kurz nach dem 0:1 über das Tor köpfte, waren die Aktionen der Berliner ungefährlich.

Leistner flog vom Platz - Hosiner und Nürnbergs Salli auch

Das änderte sich erst Mitte der ersten Halbzeit. Union ließ den Ball nun etwas schneller laufen und gewann im Mittelfeld mehr Zweikämpfe. Besonders Gogia war der Wille anzumerken, seinen Fehler wiedergutzumachen. Innerhalb von 14 Minuten suchte der 26-Jährige viermal den Abschluss. Nach einem Ballgewinn von Felix Kroos und gutem Pass von Simon Hedlund hatte er die beste Chance zum Ausgleich, traf aber nur das Außennetz. Auch Sebastian Polter hatte kurz darauf, eingesetzt von Hedlund, den Ausgleich auf dem Fuß, nach starker Ballmitnahme wurde sein Schuss aber von Eduard Löwen geblockt. Von Nürnberg kam offensiv kaum etwas, zur Halbzeit führten die Franken mit minimalem Einsatz aber 1:0.

Nach der Pause änderte sich am einseitigen Spielverlauf wenig. Die Gäste wollten oder konnten nicht zulegen und kamen nur durch sporadische Konter aus der eigenen Hälfte. Union hatte so ein massives optisches Übergewicht, wandelten dieses aber kaum in klare Aktionen um. Sobald es in die Nähe des Nürnberger Strafraums ging, fehlten die nötige Präzision sowie Esprit und so verpufften die Angriffe meist, bevor es hätte gefährlich werden können. Hofschneider versuchte dem Spiel in der Schlussphase von der Bank eine Wendung zu geben. Auch Kreilach und Hosiner brachten Union aber keine Durchschlagskraft. Als Leistner wegen wiederholten Foulspiels vom Platz flog, reduzierten sich Unions Hoffnungen auf ein spätes Tor noch weiter. Dann wurden auch noch Hosiner und Nürnbergs Edgar Salli nach einer Rudelbildung vorzeitig in die Kabinen geschickt. Sportlich passierte nichts mehr, es blieb beim 0:1 – und das Thema Aufstieg dürfte sich für diese Saison erledigt haben in Köpenick.

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