Tantow : Sowjetische Fliegerbombe auf Feld gezündet

Im uckermärkischen Tantow mussten 650 Einwohner vorübergehend evakuiert werden. Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, der nicht entschärft werden konnte, wurde schließlich in einem Erdloch gesprengt.

Tantow/Potsdam - Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger sowjetischer Bauart war bereits am Dienstagnachmittag bei Arbeiten im Gleisbett der Bahnstrecke Szczecin-Angermünde mitten im Ort entdeckt worden. Am Mittwoch mussten dann 650 der insgesamt 700 Einwohner Tantows für mehrere Stunden ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen, weil die Bombe entschärft werden sollte. Es wurden auch ein Kindergarten und ein Altenpflegeheim geschlossen.

Bauarbeiter hatten die Bombe etwa einen Meter unter dem Gleisbett gefunden. Der Streckenabschnitt ist seit September gesperrt. Als Sprengstoffexperten gegen 11:00 Uhr mit der Arbeit begannen, stellte sich jedoch heraus, dass eine Entschärfung zu gefährlich ist. Es habe technische Schwierigkeiten gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Blindgänger wurde daraufhin verladen und auf ein nahegelegenes Feld gebracht. Dort wurde er in ein drei Meter tiefes Loch eingegraben und noch am Abend gesprengt. Die Tantower konnten bereits ab 13:30 Uhr wieder in die Häuser zurückkehren. Sämtliche Zufahrtstraßen wurden freigegeben. Der Fahrzeugverkehr war zuvor weiträumig umgeleitet worden.

Bombenfunde auch in Potsdam und Oranienburg

Ebenfalls am Mittwoch fanden Sprengstoffexperten in einem Waldgebiet an der Michendorfer Chaussee in Potsdam bei einer Suchaktion eine 250 Kilogramm schwere englische Fliegerbombe. Der Blindgänger wurde noch am Vormittag entschärft. Der Wald sowie ein Teilabschnitt der Bundesstraße 2 waren nach Angaben der Stadtverwaltung vorübergehend gesperrt.

Vor rund einer Woche hatten rund 5600 Menschen in Oranienburg ihre Wohnungen wegen eines Bombenfundes verlassen müssen. Über der Stadt nördlich von Berlin wurden im Zweiten Weltkrieg rund 22.000 Bomben abgeworfen, die oftmals über einen gefährlichen chemischen Langzeitzünder verfügen. In den vergangenen Jahren sind bereits mehr als 100 Bomben entschärft worden. (tso/ddp)

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