Haus gekauft, aber nicht bezahlt : Ex-Bundesminister vor der Zwangsräumung

Er unterschrieb als DDR-Unterhändler den Einigungsvertrag, jetzt droht Günther Krause die Zwangsräumung seines Hauses. Zuvor war er bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause (Archivbild).
Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause (Archivbild).Foto: Paul Zinken/dpa

Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause und seine Ehefrau stehen vor der Zwangsräumung. Entgegen der Absprache seien die Schlüssel für das Wohnhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte am Dienstag nicht übergeben worden. „Die Hausbesetzung geht weiter. Nun bleibt nur noch der Weg zum Gerichtsvollzieher und die Zwangsräumung“, erklärte der von den alten Hausbesitzern beauftragte Hamburger Anwalt Arne Trimpop. Er werde am Mittwoch den Gerichtsvollzieher beauftragen. „Dann ist es noch eine Frage von Wochen, nicht von Monaten, bis das Haus wieder frei ist“, sagte der Anwalt.

Die Krauses hatten das komfortable Wohnhaus im April 2017 von einem Unternehmer-Ehepaar erworben, den Kaufpreis von 459.000 Euro aber nie bezahlt. Daraufhin gingen die alten Besitzer vor Gericht. In einem Vergleich war eine letzte Zahlungsfrist vereinbart worden, die aber Ende März abgelaufen war und Krauses danach zum Auszug spätestens am 10. April verpflichtete.

Krause sieht sich als verfolgt

Der frühere Politiker hatte zuletzt auch als Unternehmer für Negativschlagzeilen gesorgt. Wegen Insolvenzverschleppung und vorsätzlichen Bankrotts erließ das Amtsgericht Potsdam Ende März einen Strafbefehl über 5.400 Euro. Bereits im Jahr 2009 war Krause nach der millionenschweren Pleite seiner Immobilienfirma unter anderem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt worden.

Nach Überzeugung Krauses hat auch seine Bekanntheit als DDR-Unterhändler zum Einigungsvertrag seine Situation erschwert. „Wenn ich den Einigungsvertrag nicht unterschrieben hätte, würde vieles einfacher sein. Weil ich dann nicht so verfolgt wäre“, sagte der frühere CDU-Politiker dem NDR. Nach mehreren Affären war Krause 1993 als Bundesverkehrsminister zurückgetreten und in die Wirtschaft gegangen. (dpa)

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