• Schwarzmeer-Qualle: Neue Quallenart "Blackfordia virginica" breitet sich in Ostsee aus

Schwarzmeer-Qualle : Neue Quallenart "Blackfordia virginica" breitet sich in Ostsee aus

Zunächst gab es sie nur vereinzelt in der Kieler Bucht. Jetzt ist die Schwarzmeer-Qualle auch vor Hiddensee in großen Mengen angekommen.

Undatierte mikroskopische Aufnahme einer etwa zehn Millimeter großen Qualle.
Undatierte mikroskopische Aufnahme einer etwa zehn Millimeter großen Qualle.Foto: Dr. Sven Dahlke/Biologische Station Hiddensee/dpa

Eine neue Quallenart erobert offenbar die Ostsee. Studierende der Uni Greifswald hatten die Schwarzmeer-Qualle (Blackfordia virginica) im August nahe der Insel Hiddensee in größeren Mengen entdeckt, wie Sven Dahkle von der Biologischen Station Hiddensee der Uni am Dienstag sagte. Im ufernahen Bereich mit einem halben Meter Wassertiefe sei eine regelrechte Wolke der Tiere von schätzungsweise einem halben Kubikmeter Größe und mehreren hundert Tieren gesichtet worden. Eine genetische Bestätigung stehe allerdings noch aus.

Vorher waren lediglich in der Kieler Bucht einzelne Exemplare der Quallenart gefunden worden. Im Ökosystem des Nord-Ostsee-Kanals hat sich die Brackwasser liebende Art nach Angaben des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung bereits 2016 angesiedelt. Dies habe die Auswertung von Monitoring-Fahrten der vergangenen Jahre ergeben, die Forscher von Geomar, der Technischen Universität Dänemark und der Universität Kiel veröffentlicht haben.

„Unsere Langzeit-Daten zeigen, dass diese Quallen-Art seit dem Sommer 2016 im Nord-Ostsee-Kanal etabliert ist und sich aktiv vermehrt, also einen neuen Bestandteil des Ökosystems bildet“, sagte die biologische Ozeanographin Cornelia Jaspers von Geomar. "Blackfordia virginica" wurde erstmals 1904 in den Gewässern vor dem US-Bundesstaat Virginia wissenschaftlich beschrieben. Die Qualle stammt jedoch möglicherweise aus dem Schwarzen Meer.

Eine Qualle der Art Blackfordia virginica.
Eine Qualle der Art Blackfordia virginica.Foto: Cornelia Jaspers/GEOMAR/DTU Aqua /dpa

Die einzelnen Tiere sind mit etwa einem Zentimeter vergleichsweise klein. Die Quallen sind nach Einschätzung des Geomar Helmholtz-Zentrums vermutlich durch Schiffe in den Nord-Ostsee-Kanal gekommen. Die Forscher glauben, dass die Ostsee als Brackwassergebiet ein idealer Lebensraum für sie ist. Laut Geomar ist unklar, welche Folgen das für die Ostsee haben könnte. Aus anderen Regionen sei bekannt, das die Qualle Plankton und Fischlarven fresse. Das könnte auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. (dpa)

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