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Bloomberg-Bericht zu Deutscher Bank : In Deutschland sollen rund 9000 Jobs wegfallen

Die Hälfte des Personalabbaus der Bank betrifft demnach Deutschland. Manager hatten bestätigt, dass hierzulande ein großer Teil der Jobs gestrichen wird.

Der Abbau von Arbeitsplätzen bei der Deutschen Bank hat bereits begonnen.
Der Abbau von Arbeitsplätzen bei der Deutschen Bank hat bereits begonnen.Foto: dpa

Die Deutsche Bank will einem Agenturbericht zufolge bei ihrem geplanten Stellenabbau im großen Stil in Deutschland Jobs streichen. Von den 18.000 Stellen, die die Bank weltweit abbauen will, solle rund die Hälfte auf Deutschland entfallen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Bank bestätigte diese Zahl nicht. „Dort, wo es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird, werden wir direkt mit unseren Mitarbeitern über ihre Arbeitsplätze und die ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen sprechen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. „Wir sind uns absolut bewusst, dass diese Art von Entscheidungen die Leben unserer Mitarbeiter nachhaltig beeinflussen. Deshalb werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um bei der Umsetzung dieser Veränderungen so verantwortungsbewusst und sensibel wie möglich zu sein.“ Weiter hieß es am Dienstag: "Eine Aufteilung nach Regionen und Bereichen haben wir damals nicht kommuniziert, und wir werden dies auch weiterhin nicht tun." Der Sprecher bestätigte allerdings, es werde auch in Deutschland "eine substanzielle Zahl von Stellen wegfallen". Sobald Entscheidungen über den konkreten Stellenabbau gefallen sind, würden sie zuallererst mit den Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Bereichen besprochen. 

Über Details zu den geplanten Einschnitte ist darüber hinaus bislang nichts bekannt. Wann Ergebnisse zu erwarten sind, lässt die Bank offen. Offensichtlich soll aber möglichst schnell Klarheit geschaffen werden, um allzu große Verunsicherung zu vermeiden. Vermutlich will der Vorstand bis spätestens 10. Dezember Klarheit haben. Dann lädt er zum wichtigen Investorentag unter dem Motto „Investor Deep Dive“.

Auch die Postbank streicht Jobs

Konzernbetriebsratschef Frank Schulze hatte im Juli geschätzt, dass 6000 bis 10.000 Stellen in Deutschland wegfallen könnten. Darin ist der bei der Postbank bereits vereinbarte Abbau von 2000 Arbeitsplätzen enthalten, so dass 4000 bis 6000 auf die Bereiche und Filialen der Deutschen Bank entfallen könnten. Auch in der jetzt kolportierten Zahl von 9000 Vollzeitstellen soll der Abbau bei der Postbank bereits berücksichtigt sein.

Ende 2018 zählte die Deutsche Bank gut 91.700 Vollzeitkräfte weltweit, davon waren rund 41.700 in Deutschland beschäftigt. Bis 2022 sollen noch etwa 74.000 Jobs übrig bleiben. Manager haben erklärt, dass ein großer Teil der Stellenstreichungen in Deutschland stattfinden wird, schwiegen aber zu Details. Auch in London, wo die Deutsche Bank einen großen Standort unterhält, dürfte es zu einem größeren Arbeitsplatzabbau kommen.

Ähnlich wie die Commerzbank hat sich die Deutsche Bank einen radikalen Sparkurs verordnet. Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe der Pläne waren erste Angestellte in Hongkong vor die Tür gesetzt worden. So soll das Investmentbanking um ein Drittel verkleinert werden. Auch das weltweiten Aktiengeschäft für Großkunden und Hedgefonds gehört künftig nicht mehr zur Kernkompetenz von Deutschlands größer Bank; den Wettlauf mit US-Banken hat man hier aufgegeben. Der drastische Umbau des Konzerns soll rund 7,4 Milliarden Euro kosten.

Wie viele Filialen werden schließen?

Unklar ist auch, ob und wie viele der derzeit noch gut 1.400 Filialen in Deutschland wegfallen. Die Commerzbank hatte unlängst verkündet, dass sie 200 ihrer 1.000 Filialen und damit ein Fünftel schließt. Die Deutsche Bank hatte allerdings mehrfach durchblicken lassen, dass der Abbau eher in der Verwaltung und in Abwicklungseinheiten, möglicherweise auch in der Zentrale in Frankfurt als im direkten Kundengeschäft stattfinden soll.

Manfred Knof, seit Anfang August neuer Leiter der Privatkundensparte in Deutschland, eruiert derzeit die Einsparmöglichkeiten in seinem Bereich. Knof stehe für strikte Kostendisziplin, heißt es in der Deutschen Bank. Fraglich ist, ob die Privatkundensparte weiter mit zwei Zentralen in Frankfurt und in Bonn arbeiten wird. Dort hat die mittlerweile weitgehend integrierte Postbank ihren Hauptsitz. Einschnitte bei der Postbank sind auch deshalb schwieriger, weil dort, zumindest Ende 2017, noch rund 4.300 Mitarbeiter im Beamtenverhältnis beschäftigt waren. 

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Einige Banken in Deutschland wollen sich derzeit gesundschrumpfen. Neben Commerzbank und Deutscher Bank haben auch die Sparkassentochter Dekabank und die Hessische Landesbank spürbaren Personalabbau angekündigt. Das bekommen die Kunden zu spüren. Seit Jahren sinkt die Zahl der Bankfilialen in Deutschland. 2018 verringerte sich die Zahl der Zweigstellen laut Bundesbank um 2239 auf 27.887 Filialen. 2007 waren es noch rund 40.000. Auch die Zahl der Beschäftigten im hiesigen Kreditgewerbe sinkt bereits seit der Jahrtausendwende stetig. Ende vergangenen Jahres zählte die Branche 571.700 Beschäftigte, so der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes. Zu Hochzeiten Mitte der 1990er waren es fast 780.000. (mit rtr/dpa/mum)

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