Börsenbetreiber : Deutsche Börse will weiter zukaufen

Das Unternehmen hat ein gutes Jahr hinter sich. Der Börsenbetreiber macht einen Milliardengewinn. Und 2019 soll noch besser werden.

Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.
Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.Foto: dpa

Die Deutsche Börse will weiter vor allem aus eigener Kraft wachsen, der Vorstand denkt aber auch an Übernahmen und Zukäufen. Aktuell hat er freilich kein bestimmtes Unternehmen im Auge. 2018 hat die Börse mehrere kleinere Firmen übernommen, unter anderem im Bereich Währungen. „Den Weg, den wir 2018 eingeschlagen haben, ist der richtige für die Deutsche Börse“, sagte Theodor Weimer, seit Anfang 2018 amtierender Vorstandschef des Unternehmens, am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz. Die Zeit einer reinen Konsolidierung von Börsen oder Großfusionen stehen für Weimer nicht im Vordergrund. Eine Großfusion käme ohnehin nur in Frage, wenn die Deutsche Börse die Mehrheit halten würde. Es gebe eine neue Phase, in der die Konsolidierung einzelner Börsenbereiche etwa für Währungen, Rohstoffe oder im Datengeschäft im Vordergrund stehe. Für die aktuell umworbene Börse in Oslo wird die Deutsche Börse nicht bieten. Sie passe nicht, sagte Weimer. „Wir kaufen nicht irgendwas, es muss strategisch passen und machbar sein“. Aktienrückkäufe werde es nur geben, wenn sich keine interessanten Firmen für eine Übernahme finden würden.

Das Geld für Übernahmen ist da

Aktuell hat die Deutsche Börse nach Angaben von Finanzvorstand Gregor Pottmeyer rund 1,5 Milliarden Euro an freien Mitteln für mögliche Übernahme zur Verfügung. Man könne aber auch die Verschuldung noch etwas erhöhen, ohne das Rating des Unternehmens zu gefährden.

Im vergangenen Jahr ist das Unternehmen vor allem aus eigener Kraft deutlich gewachsen. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn sogar um 17 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Die Dividende soll um zehn Prozent auf 2,70 Euro pro Aktie angehoben werden. Getrieben wurde das Geschäft vor durch gute Umsätze der Terminbörse Eurex, an der Energiebörse EEX, die mittlerweile auch in Asien und den USA aktiv ist, durch die Währungshandelsplattform 360T und durch den normalen Börsenhandel über das Handelssystem Xetra.

2019 soll der Gewinn weiter steigen

Für 2019 erwartet Weimer einen weiteren Anstieg des Gewinns um rund zehn Prozent, der Umsatz soll um fünf Prozent zulegen. „Je nachdem wie sich die Volatilität an der Börse entwickelt, könnte das Wachstum auch etwas höher oder niedriger ausfallen.“ Bei den Kosten tritt das Unternehmen weiter auf die Bremse. Im vergangenen Jahr wurde das Programm zum Abbau von Arbeitsplätzen abgeschlossen. So hat sich die Börse unter anderem von 60 Führungskräften getrennt. Allerdings hat das Unternehmen nach Angaben von Weimer weltweit auch fast 650 neue Beschäftigten eingestellt. Auch 2019 sollen neue Arbeitsplätze entstehen. Ende 2018 beschäftigte das Unternehmen weltweit knapp 6.000 Menschen.

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