Folgen der Virus-Seuche : Vermieter wollen Mietern entgegenkommen

Ungewöhnliches Angebot der Immobilienwirtschaft in Zeiten der Krise. Mieterbund für Verschiebung von Mietzahlungen.

Was passiert, wenn die Miete nicht mehr gezahlt werden kann? Die Vermieter plädieren in diesen Corona-Zeiten für "Gemeinsinn."
Was passiert, wenn die Miete nicht mehr gezahlt werden kann? Die Vermieter plädieren in diesen Corona-Zeiten für "Gemeinsinn."Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Das Virus macht es möglich: Die großen Verbände der Immobilienwirtschaft appellieren an Vermieter und Mieter, sich im Falle von gravierenden Einkommenseinbußen zu verständigen. „Es darf nicht passieren, dass sich die Menschen in einer solchen Situation auch noch Gedanken um den Verbleib in ihrem Heim machen müssen“, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft (BID) mit, in der ein halbes Dutzend Verbände organisiert sind. Gleichzeitig plädierte der Deutsche Mieterbund für „schnelle staatliche Unterstützung für in Not geratene Mieter, als auch für die Möglichkeit für Mieter, ihre Mietzahlung rechtssicher nachholen zu können“. Kündigungen von Mietern müssten für die Zeit der Krise und auch rückwirkend ausgeschlossen sein. „Die aktuelle Ausnahmesituation darf unter keinen Umständen zum Verlust der Wohnung führen.“

Mieter soll frühzeitig Alarm schlagen

Hinter diese Forderung des Mieterbundes stellen sich in der aktuellen Situation sogar die Vermieter. „Was wir jetzt brauchen, ist gegenseitige Unterstützung, Hilfe dort, wo es irgend geht und möglichst rasche und einfache Lösungen für die Menschen“, schreiben die Immobilienverbände. Sie raten Mietern, ihren Vermieter „so früh wie möglich bei aufziehenden starken bis völligen Einkommensverlusten anzusprechen“. Das könne insbesondere für Selbstständige, befristet Beschäftigte und Künstler gelten.

"Jetzt kommt es auf Gemeinsinn an"

„Der Vermieter kann so je nach eigener Lage bereits frühzeitig nach Lösungen suchen. In vielen solcher Fälle wurden auch in der Vergangenheit individuelle Lösungen gefunden“, betonten die Verbände. „Jetzt kommt es mehr denn je auf Gemeinsinn an bei den Vertragspartnern“, sagte Axel Gedaschko, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland und Präsident des Verbandes der Wohnungwirtschaft GdW.
„Nicht nur Unternehmer müssen in Zeiten der Krise unterstützt werden - auch Mieter brauchen schnelle und solidarische Unterstützung“, schrieb der Deutsche Mieterbund in einer Mitteilung und nannte explizit Freiberufler, Kleingewerbetreibende, Künstler und von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit Betroffene. Ohne Einkommen seit die Zahlung der Miete „nicht mehr gesichert“.

Vonovia verspricht Lösungen

Denn das Coronavirus stelle keinen Grund zur Mietminderung da. Da die Mietzahlungspflicht grundsätzlich weiterbestehe, müsse der Staat einspringen und unter anderem Möglichkeiten zur späteren Mietzahlung eröffnen. Der Wohnungskonzern Vonovia hat Entgegenkommen signalisiert. „Wir werden eine gemeinsame Lösung finden“, versprach Vorstandschef Rolf Buch den mehr als 300 000 Vonovia-Mietern.

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