Die Schöneberger Schleife kann vorerst nicht geschlossen werden

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Nord-Süd-Grünzug : Ein grünes Band durch Berlin
Der Henriette-Herz-Park nahe dem Potsdamer Platz ist der nördlichste Zipfel des Grünzugs.
Der Henriette-Herz-Park nahe dem Potsdamer Platz ist der nördlichste Zipfel des Grünzugs.Foto: Marcus Brandt/ddp

Zwei kleinere Abschnitte des Nord-Süd-Grünzugs in Sperlings Bezirk müssen aber noch perfektioniert werden. Einer befindet sich an der Monumentenbrücke. Dort wechselt der Radweg von der Ost- auf die Westseite der S-Bahn Strecke. Dieser „Übergabepunkt“ soll mit zwei Mittelinseln sicherer passierbar werden, sagt der Stadtplaner.

Unübersichtlich ist die Wegeführung für Radfahrer am Bahnhof Südkreuz. Hier wird der Grünzug zum Straßenland und Hindernisparcours. Sperlings Planungsabteilung will die „verkehrlichen Dinge neu ordnen“, um hier ein glatteres Durchfahren zu ermöglichen. Schließlich ist die Strecke nicht nur für Berliner Radfahrer eine willkommene Alternative zu den Hauptverkehrsstraßen, sondern auch Teil des Radfernwegs Berlin–Leipzig.

Die Stammbahn in Bildern: S-Bahn nach Zehlendorf
Spaziergang auf der alten Stammbahntrasse in Zehlendorf, hier am Hegauer Weg. Die Bahnstrecke führte einst vom Berliner zum Potsdamer Hauptbahnhof über Zehlendorf. Seit 1945 ist sie außer Betrieb. Stillgelegte Teile davon lassen sich zu Fuß ablaufen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 514Foto: Thilo Rückeis
07.12.2018 09:15Spaziergang auf der alten Stammbahntrasse in Zehlendorf, hier am Hegauer Weg. Die Bahnstrecke führte einst vom Berliner zum...

Eins würde der Stadtplaner vor seiner Berentung in drei Jahren gern noch erreichen: die Schöneberger Schleife schließen. Schleife deshalb, weil am Südkreuz ein zweiter Grünstreifen entlang der Ringbahn nach Westen abzweigt und zum Euref-Campus am Gasometer führt. Mehrere Grünflächen wurden hier auf der von Gleisen eingeschlossenen Schöneberg Insel angelegt.

Die Trasse der S-Bahn Richtung Wannsee soll freigehalten werden

Doch weiter entlang des Wannseebahngrabens zwischen den S-Bahn-Stationen Julius-Leber-Brücke und Yorckstraße kann die Schleife bisher nicht verlaufen. Die Berliner Verkehrsplaner glauben, dass dort noch Platz für die sogenannte Stammbahn frei gehalten werden sollte. Sie heißt so, weil sie die erste Eisenbahnstrecke Preußens war. Künftig wird die Trasse möglicherweise wieder für Fahrten Richtung Potsdam gebraucht.

Ein I-Tüpfelchen, das ebenfalls noch fehlt, sind Querungen der Yorckstraße. Die bisher einzige ist die sogenannte Brücke 10, insgesamt vier sollen es werden, informiert Beate Profé.

Das Bauprojekt "Urbane Mitte" wird den Gleisdreieck-Park mit Hochhäusern einrahmen. Baubeginn soll 2018 sein.
Das Bauprojekt "Urbane Mitte" wird den Gleisdreieck-Park mit Hochhäusern einrahmen. Baubeginn soll 2018 sein.Abbildung: Stephen Weber/Copro

Noch einmal verändern wird sich der Grünzug, wenn die Planungen für die S21 voranschreiten. Sie soll ab etwa 2025 vom Hauptbahnhof Richtung Süden über den Gleisdreieckpark verlaufen. Für dieses Verkehrsprojekt werden Flächen gebraucht, die heute noch provisorisch genutzt werden dürfen. Dazu gehört das jetzige Beachvolleyballfeld.

Weitere grüne Wege als Schleusen für frische Luft

Mit dem vorerst letzten Lückenschluss des Nord-Süd-Grünzugs ist das Projekt aber noch nicht vollendet. Darauf weist Norbert Rheinlaender von der Bürgerinitiative Westtangente hin. Der Grünzug soll weiter nach Norden und Süden fortgesetzt werden. „Für die Strecke entlang der S2 Richtung Lichterfelde gibt es Vorgutachten, wo es Bahngrundstücke gibt und wo auf Parallelstraße ausgewichen werden muss“, sagt Rheinlaender. Den Grünzug in diese Richtung fortzusetzen wird nicht einfach, sagt Manfred Sperling aus Tempelhof-Schöneberg – das war aber bei der ganzen Strecke schon so, meint Norbert Rheinlaender.

Richtung Norden soll der Grünzug bis Tegel, Pankow und Heinersdorf fortgesetzt werden, sagt er. Bürgerinitiativen arbeiten bereits daran, wie auch an anderen Grünzügen durch Berlin. beispielweise an einem Wegenetz für Fußgänger. Sie zu verbinden, sei im Klimawandel wichtig, um Kaltluftentstehungsgebiete und Schleusen für frische Luft zu erhalten.

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