Neue 100- und 200-Euro-Scheine : So sehen die neuen Banknoten aus

Am Dienstag kommen neue 100- und 200-Euro-Scheine in Umlauf. Die Banknoten sollen fälschungssicherer sein als bisher.

Die neuen Scheine sollen sicherer sein.
Die neuen Scheine sollen sicherer sein.Foto: Ints Kalnins/REUTERS

Wer am Dienstag die neuen Scheine wirklich sofort in der Hand halten will, muss in Berlin zur Bundesbankfiliale in der Leibnizstraße 10 gehen. Dort gibt es am 28. Mai den neuen 100- und den neuen 200-Euro-Schein in jedem Fall. Bis die Banknoten bei Banken und Sparkassen und im Handel ankommen werde etwas dauern, heißt es bei der Bundesbank.

„Und dass Geldautomaten mit 200 Euro Banknoten bestückt werden war und bleibt die Ausnahme“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann. Die alten Scheine bleiben zwar gültig, aber sie haben trotzdem ausgedient und werden nach und nach eingezogen.

Mit dem Beginn der Ausgabe des neuen 100-Euro- und des neuen 200-Euro-Scheins ist die zweite Serie der Euro-Banknoten komplett. Die neuen Banknoten sollen den Euro noch sicherer machen und Fälschern die Arbeit weiter erschweren, sagt Beermann. Erreicht werden soll dies durch zwei neue Sicherheitsmerkmale auf den Scheinen: Auf der Vorderseite links unten ist beim Kippen der von Smaragdgrün zu Tiefblau schimmernden Smaragdzahl zusätzlich das Euro-Symbol zu erkennen.

Zusätzlich gibt es rechts auf der Vorderseite oben im Streifen mit den Hologrammen ein sogenanntes Satelliten-Hologramm. Um die Zahlen von 100 und 200 bewegen sich beim Kippen des Scheins zwei farbige Euro-Symbole.

Kräftigere Farben

Mehr als 2,4 Milliarden der neuen – wie die anderen der zweiten Serie aus Baumwolle hergestellten – Scheine mit einem Gewicht von knapp 3,2 Tonnen werden die Notenbanken der 19 Euro-Staaten ab kommenden Dienstag ausgegeben. Davon rund 2,3 Milliarden 100er und 700 Millionen 200er.

Es sind mehr als in früheren Zeiten, denn vor allem der 200er dürfte künftig stärker nachgefragt werden. Grund: In der zweiten Euro-Serie wird auf den 500er verzichtet. Auch die Bundesbank hat wie andere Notenbanken zuvor die Ausgabe der 500-Euro-Banknote eingestellt.

Dies hatte die Europäische Zentralbank (EZB) im Mai 2016 beschlossen. Begründung: Der größte Euro-Schein werde auch bei kriminellen Geschäften und zur Terrorismusfinanzierung verwendet. 500er, die bei der Bundesbank und den anderen Notenbanken landen werden eingezogen und vernichtet.

Die noch umlaufenden Scheine bleiben aber unbegrenzt gültig. Aktuell sind auch noch 507 Millionen 500-Euro-Scheine im Umlauf. Insgesamt waren Ende März nach Angaben von Beermann rund 22,1 Milliarden Euro-Banknoten im Wert von rund 1,22 Billionen Euro im Umlauf, davon gut 2,8 Milliarden 100er und 262 Millionen 200er.

Im Gegensatz zu den bisherigen 100- und 200-Euro-Banknoten sind die Farben kräftiger – grün beim 100er und gelb beim 200er. Sie sind zudem etwas kleiner und nur noch 77 Millimeter hoch statt bislang 82 Millimeter. Sie entsprechen damit der 50-Euro-Banknote. „Die Geldbeutel werden immer schmaler. Kleinere Banknoten lassen sich besser verstauen“, sagt Beermann. Die Breite des neuen 100ers und 200ers bleibt mit 147 Millimeter gleich. Die Herstellung eines Scheines kostet nach Angaben des Bundesbankers rund zehn Euro-Cent.

Umstellung bis November

Zu Testzwecken hat die Bundesbank seit September Banken, Nahverkehrsunternehmen, der Automatenindustrie und der Gastronomie neue Scheine zur Verfügung gestellt. Schließlich müssen mehr als 34.000 Banknoten-Automaten, rund 14.000 Kassentresore und etwa 20.000 Ein- und Auszahlungsautomaten umgestellt werden.

Hinzu kommen noch einmal eine halbe Million Verkaufsautomaten. Beermann ist sicher sich, dass die Umstellung der Automaten auf die neuen Scheine und die neuen Sicherheitsmerkmale aufgrund der Testphase ohne Probleme klappen wird. Bis spätestens Ende November soll sie abgeschlossen sein.

Seit Mai 2013 hatten die Notenbanker die zweite Serie der Euro-Banknoten ausgegeben, zunächst den Fünfer, dann im September 2014 den Zehner, im November 2015 den Zwanziger und im April 2017 den Fünfziger. Hauptgrund für die neue Serie: Fälscher soll die Arbeit erschwert werden. Das scheint gelungen. 2018 wurden von Polizei, Handel und Banken in Europa fast 536.000 Euro Blüten entdeckt, rund 19 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

In Deutschland waren es 58.000, rund 20 Prozent weniger. Damit entfielen rein rechnerisch sieben gefälschte Scheine auf 10.000 Einwohner. Allerdings lassen sich Fälscher nicht abschrecken. Im Februar wurden nach Angaben von Beermann in Grebenstein im Vogelsberg 538 gefälschte 100-Euro-Scheine und vier 50-Euro-Blüten sichergestellt. Nennwert: 54.000 Euro.

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