Siemens : Betriebsrätin kritisiert massiven Stellenabbau

Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn: Ständige Personalabbauprogramme zermürben die Leute.

Birgit Steinborn ist Chefin des Gesamtbetriebsrats bei Siemens. Von Siemens-Chef Joe Kaeser ist sie enttäuscht.
Birgit Steinborn ist Chefin des Gesamtbetriebsrats bei Siemens. Von Siemens-Chef Joe Kaeser ist sie enttäuscht.Foto: Thilo Rückeis

Birgit Steinborn, Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Siemens, kritisiert den massiven Stellenabbau unter Joe Kaeser. Ursprünglich habe es „Erleichterung in der Belegschaft gegeben“, als Kaeser vor fünf Jahren Vorstandsvorsitzender wurde. „Herr Kaeser wollte damals Ruhe ins Unternehmen bringen“, sagte Steinborn dem Tagesspiegel. „Doch die Umstrukturierungen gingen erst richtig los. Wir sind von einem Personalabbauprogramm zum nächsten gegangen“, sagte Steinborn. „Das zermürbt die Leute.“  Wenn man die Zugsparte dazurechne, die mit der französischen Alstom fusioniert, „dann haben wir in den vergangenen viereinhalb Jahren über die Ausgliederung von ungefähr 30 000 Beschäftigten und den Abbau von 15 000 Arbeitsplätzen verhandelt“, sagte die Betriebsratsvorsitzende. „Wir wollen aber nicht ständig neue Abbauprogramme präsentiert bekommen, sondern vorausschauend agieren.“ Dazu habe man nun mit dem Management einen Zukunftspakt zur Gestaltung des Strukturwandels in den nächsten drei Jahren vereinbart. „Dafür stehen 100 Millionen Euro zur Verfügung, um die Menschen mitzunehmen und fit zu machen“.

 

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