Zweite Chance für Billy : Ikea nimmt gebrauchte Möbel zurück

Keine Lust mehr auf Billy und Co? Ikea-Kunden können gebrauchte Möbel jetzt gegen einen Einkaufsgutschein zurückgeben.

Sarah Birkhäuser
Bis zu 50 Prozent des Originalpreises können Kunden durch den neuen Service wieder bekommen.
Bis zu 50 Prozent des Originalpreises können Kunden durch den neuen Service wieder bekommen.Foto: picture alliance / dpa

Seit Montag läuft das bundesweite Projekt „Zweite Chance“, die Resonanz der ersten Tage ist positiv, heißt es bei Ikea. Möglich ist der Deal bei rund 1000 Artikeln. Das Alter der Gebrauchtmöbel ist egal, aber die Produkte müssen vollständig, funktionstüchtig und sauber sein. Um die Wiederverkaufschancen zu erhöhen, geht es vor allem um beliebte Gruppen wie Schränke, Regale, Tische und Stühle. Betten, Matratzen, Sofas, Küchen-, Kinder- und Badezimmermöbel sind ausgeschlossen.

Und so geht’s:

Über das Onlineportal beschreibt man den Zustand und bekommt einen Preisvorschlag. Ist man einverstanden, kann man den Artikel am Rückgabeschalter in Zahlung geben. Einen Kassenbon braucht man nicht, dafür eine Kopie der E-Mail. Praktisches Problem: Die Möbel müssen bei der Rückgabe zusammengebaut sein. Für große Bücherregale kann das eine Herausforderung sein. Läuft alles gut, bekommt der Kunde einen Gutschein und das Produkt wird als Second-Hand-Ware in der „Fundgrube“ angeboten – zum Rückkaufpreis plus Mehrwertsteuer. Kunden können bis zu 50 Prozent des Originalpreises bekommen, mindestens aber 30 Prozent.

Ikea-Sprecherin Kim Steuerwald betont, dass der Konzern mit dem neuen Programm der Nachfrage nach gebrauchten Möbeln und dem wachsenden Bedürfnis nach nachhaltigem Konsum gerecht werden will. Verdienen wolle man an der Sache nicht. Im letzten Jahr wurden 3,5 Millionen Ausstellungsstücke und Retouren über die Fundgrube verkauft. Auch als das „Zweite Chance“-Projekt im September getestet wurde, fanden die meisten zurückgegebenen Artikel innerhalb von zwei Tagen einen neuen Besitzer. Beliebt seien vor allem Klassiker wie das Billy-Regal gewesen. Der Naturschutzbund Deutschland begrüßt die Aktion. „Kunden, die sich für gebrauchte Möbel entscheiden, setzen ein klares Zeichen für den Umwelt- und Naturschutz“, sagt Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

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