• Intensivpatienten mit Covid-19 in New York: US-Ärzte stellen schwere Krankheitsverläufe bei Kindern fest

Intensivpatienten mit Covid-19 in New York : US-Ärzte stellen schwere Krankheitsverläufe bei Kindern fest

Rund 25 Kinder wurden in einem New Yorker Krankenhaus in kritischem Gesundheitszustand behandelt. Die Ärzte bringen diesen mit dem Coronavirus in Verbindung.

Verdacht auf Covid-19. In den USA sind einige Kinder schwer erkrankt.
Verdacht auf Covid-19. In den USA sind einige Kinder schwer erkrankt.Foto: John Moore/AFP

Noch immer ist kein offizieller Fall eines an Covid-19 verstorbenen Kindes bekannt. In New York gibt es nun aber Intensivpatienten im Kindesalter mit „verwirrenden Leiden“, die die Ärzte mit dem Coronavirus in Verbindung setzen. In den vergangenen Tagen sind allein im Cohen-Kinderkrankenhaus in Long Island fünf Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren in kritischem Gesundheitszustand behandelt worden.

Insgesamt berichtet die „New York Times“ von rund 25 Kinder, die mit ähnlichen Symptomen, wie geröteter Zunge und erweiterter Herzkranzarterie, in den vergangenen Wochen dort behandelt wurden. Diese Symptome waren bereits im vergangenen Monat in Großbritannien gemeldet worden.

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Dort hatte der nationale Gesundheitsdienst (NHS) Krankenhäuser auf etwa zwei Dutzend schwer kranke Kinder aufmerksam gemacht. Viele, aber nicht alle seien positiv auf das neue Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Auch in Deutschland, der Schweiz, Spanien und Italien gab es vereinzelte Fälle mit ähnlichen Symptomen.

Die Lunge sei, anders als bei erwachsenen Intensivpatienten, nicht betroffen. Bisher gibt es keine gesicherten Daten darüber, wie weit verbreitet die Krankheit, das Ärzte „multisystematisches Entzündungssyndrom“ nennen, ist.

„Das ist eine Krankheit, die uns erst seit zwei Wochen bekannt ist. Deshalb gibt es noch so vieles, was wir darüber lernen müssen“, sagt Dr. James Schneider, Leiter der Kinder-Intensivpflege des Cohen-Kinderkrankenhauses in Long Island. Auffällig ist nur, dass einige Krankheitsverläufe der des Kawasaki-Syndroms ähneln. Zu den Symptomen zählen entzündete Blutgefäße, Fieber und oftmals Hautausschlag.

Bereits nach den ersten Fällen in Europa hatte der Schweizer Coronavirus-Beauftragte Daniel Koch gesagt, dass es sich wahrscheinlich um eine Immunreaktion auf eine Infektion mit dem Coronavirus handele. „Das Virus löst einen Entzündungssturm aus, eine Überreaktion des Immunsystems“, sagte zudem der Genfer Kantonsarzt Jacques-André Romand.

Nachdem bereits der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesagt hatte, dass „der allergrößte Teil der Kinder, die sich mit dem Virus anstecken“ eine milde Infektion hätten und sich komplett erholten, geht Gleiches auch aus dem Bericht der „New York Times“ hervor. Die Anzahl der Fälle sei weiterhin gering – und bei vielen schlägt die Behandlung sehr gut an. (Tsp, dpa)

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