Massenaussterben nach Asteroideneinschlag : Worst-Case-Szenario für Dinosaurier

Katastrophe im Computer: Simulationen zeigen, warum der Einschlag eines Asteroiden vor 66 Millionen Jahren so verheerend war.

Künstlerische Darstellung des Asteroideneinschlags
Ein Asteroid mit wahrscheinlich 17 Kilometern Durchmesser schlug vor 66 Millionen Jahren mit einer Geschwindigkeit von 12...Foto: Chase Stone

Der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren die Erde traf und ein Massenaussterben verursachte, schlug wahrscheinlich in einem steilen Winkel von 45 bis 60 Grad ein. Wie Forschende um Gareth Collins vom Imperial College London im Magazin „Nature Communications“ berichten, wurde dadurch besonders viel Material aus der Erdkruste herausgeschlagen und verdampft. Dies führte zu drastischen klimatischen Veränderungen und ließ nach gängiger Theorie die Dinosaurier und viele weitere Arten von Pflanzen und Tieren aussterben.

Der Einschlag setzte wahrscheinlich Milliarden Tonnen Schwefel in die Atmosphäre frei. Diese Partikel blockierten die Sonnenstrahlung und lösten einen nuklearen Winter aus, den wahrscheinlich nur jede vierte Art auf der Erde überlebte.

Das Team fütterte Computermodelle mit geophysikalischen Daten vom Einschlagsort und simulierte verschiedene Einschlagszenarien in 3D. Es seien die ersten Simulationen, die das gesamte Ereignis vom Einschlag bis zur Bildung des Chicxulub-Kraters im heutigen Golf von Mexiko abbilden, teilte das Imperial College London mit.

Zehnmal mehr Kohlendioxid freigesetzt

Der Vergleich der Simulationen mit Beobachtungen im Gebiet des Kraters lässt die Wissenschaftler auf den steilen Einschlagwinkel schließen. Sie vermuten zudem, dass der einschlagende Körper aus nordöstlicher Richtung kam. Darauf deutet die etwas ungleiche Verteilung des aus der Erdkruste herausgeschleuderten Materials im Einschlagsgebiet.

Für die Dinosaurier ist damit ein Worst-Case-Szenario eingetreten. Simulationen zeigen, dass einschlagende Körper bei einem Einschlagswinkel zwischen 45 und 60 Grad deutlich mehr Material verdampfen als bei flacheren Winkeln oder senkrechtem Auftreffen auf den Erdboden. Es wird rund zehnmal mehr Kohlendioxid freigesetzt als bei einem Einschlagswinkel von 15 Grad und zwei- bis dreimal mehr als bei einem senkrechten Einschlag.

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