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Probleme mit der Software : Start der „Cheops“-Mission ist fehlgeschlagen

Der Countdown wurde anderthalb Stunden vor dem Start abgebrochen – wohl wegen eines Softwareproblems. Nun bleibt nicht viel Zeit für einen neuen Versuch.

Künstlerischer Eindruck des Cheops-Satelliten.
Künstlerischer Eindruck des Cheops-Satelliten.Abbildung: ESA/dpa

Der Start der "Cheops"-Mission zur Erkundung von Exoplaneten ist verschoben worden. Die Sojus-Trägerrakete blieb am europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika stehen, wie der Betreiber Arianespace am Dienstagmorgen mitteilte. Grund für den Abbruch des Raketenstarts sei ein Softwareproblem, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur SDA.

Der "Cheops"-Satellit, die weiteren Satelliten und die Rakete seien in Sicherheit, so der Betreiber. Der neue Starttermin werde so schnell wie möglich bekanntgegeben. Der Countdown wurde demnach eine Stunde und 25 Minuten vor dem Start unterbrochen.

Die nächste Startmöglichkeit gebe es erst in 24 Stunden, hieß es von der SDA. Der Start müsse spätestens in den nächsten drei Tagen erfolgen, sonst müsse der Tank wieder entleert und die Rakete für ein Check-up deinstalliert werden.

Erkundung ferner Planeten

Die "Cheops"-Mission (Characterising Exoplanet Satellite) soll sich auf die Analyse von Exoplaneten konzentrieren. Exoplaneten sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die andere Sterne umkreisen. 24 Jahre ist es her, dass zwei Schweizer Forscher den ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckten. Am 10. Dezember bekamen Michel Mayor und Didier Queloz dafür den Physik-Nobelpreis.

Sobald der Cheops-Satellit im All ist, soll er sich vom «Fregat»-Teil der Trägerrakete lösen.
Sobald der Cheops-Satellit im All ist, soll er sich vom «Fregat»-Teil der Trägerrakete lösen.Bild: ESA

Seit der Entdeckung von 51 Pegasi b haben Wissenschaftler mehr als 4000 weitere Exoplaneten gefunden und man ist sich sicher: Planeten, die um Sterne kreisen, sind im Weltraum alles andere als selten. Deshalb geht es nicht mehr nur darum, neue Exoplaneten nur zu entdecken, sondern spannende Kandidaten sollen genauer erforscht werden.

Dafür schickt die Europäische Weltraumorganisation Esa zusammen mit der Schweiz am Dienstag, 17.12., voraussichtlich um 9:54 mitteleuropäischer Zeit, einen neuen Satelliten ins All. «Cheops» (Characterising Exoplanet Satellite) soll die Größe von Exoplaneten messen.

Allerdings sieht sich der Satellit immer nur speziell einen Stern genau an. Das ist der große Unterschied zu den anderen Missionen wie «Kepler» oder «Tess», die vor allem dafür gebaut wurden, um neue Exoplaneten zu entdecken.

Exoplaneten verraten sich, wenn sie ihren Stern regelmäßig verdunkeln

«Wir messen das Licht, das wir von einem Stern bekommen», sagt der «Cheops»-Hauptverantwortliche Willy Benz. Zieht ein Exoplanet zwischen seinem Stern und dem «Cheops»-Teleskop vorbei, dann deckt er aus Sicht des Teleskops einen kleinen Teil der Sternoberfläche ab. «Diese Abdeckung resultiert in etwas weniger Licht in unserem Teleskop», erklärt der Professor für Physik und Astrophysik von der Universität Bern. Die Abnahme des Lichts ist direkt proportional zur Fläche, die abgedeckt worden ist. Über die Fläche kann die Größe des Planeten berechnet werden.

Cheops, die erste ESA-Mission zur Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, startet vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou.
Cheops, die erste ESA-Mission zur Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, startet vom europäischen...Foto: J Durrenberger/ESA/dpa

Über eine Beobachtungsmethode von der Erde kennen die Wissenschaftler zudem das Gewicht vieler Planeten. Und Größe und Gewicht zusammen ergeben die mittlere Dichte. «Mit der mittleren Dichte, kann man Aussagen treffen, aus was der Planet bestehen könnte», Willy Benz. Ist es ein Gasplanet? Oder besteht der Himmelskörper eher aus Eisen, Stein oder vielleicht sogar Wasser?

Außerdem soll «Cheops» Rückschlüsse auf eine mögliche Atmosphäre zulassen. Ist der Planet nicht direkt zwischen Teleskop und Stern, reflektiert er Licht von seinem Stern. «Was vom Planet reflektiert wird, hängt von der Charakteristik der Atmosphäre des Planeten ab», erklärt Benz.

Schweiz leitet erstmals die Mission

«Cheops» soll mehrere hundert Exoplaneten untersuchen, die größer als die Erde und kleiner als der Neptun sind, also Durchmesser zwischen etwa 10 000 und 50 000 Kilometern haben. Der Satellit wird in etwa 700 Kilometern Höhe fliegen und von Spanien aus gesteuert.

Das wissenschaftliche Betriebszentrum liegt in der Schweiz. Zu der gemeinsamen Mission von Esa und der Schweiz gehört ein Konsortium aus elf weiteren Ländern, darunter auch Deutschland. Zwei Module des Satelliten steuerte deshalb das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei, sie wurden in Berlin-Adlershof gebaut.

«Cheops» ist eine kleine Mission. Der gesamte Satellit wiegt rund 300 Kilogramm und wird als Beiladung zusammen mit einer weiteren Nutzlast vom Esa-Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) ins Weltall geschossen. Für die Schweiz ist es trotzdem etwas Besonderes, sagt Benz: «Es ist das erste Mal, dass wir nicht nur ein Instrument oder den Teil eines Instrumentes für eine Mission bauen, es ist das erste Mal, dass wir uns um die gesamte Mission kümmern.» (dpa)

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