Rendezvous im Kuiper-Gürtel : Bessere Bilder von der Doppelkartoffel

Signale der Sonde "New Horizons" brauchen einen halben Tag und kommen nicht in Breitband-Geschwindigkeit. Doch langsam wird das Bild von "Ultima Thule" schärfer

Zwillingsbrocken: Ultima Thule, links im Original-, rechts im rechnergeschärften Bild.
Zwillingsbrocken: Ultima Thule, links im Original-, rechts im rechnergeschärften Bild.Foto: Nasa

Die Nasa erreichen derzeit Funkdaten, die 12 Stunden von Sender bis Empfängerantenne brauchen. Es sind Messwerte des bisher am weitesten von der Erde entfernten Objektes, das je Besuch von einer von Menschen gebauten Sonde bekam. „Ultima Thule“, offiziell „(486958) 2014 MU69“, fliegt weit jenseits des Pluto durch den Kuiper-Gürtel. Die Daten von „New Horizons“, die noch monatelang eingehen und auch bessere Bilder liefern werden, sollen helfen, das Sonnensystem besser zu verstehen.

Schneemann zu Silvester

Auf Bildern, die die US-Raumfahrtbehörde nun von «Ultima Thule» veröffentlicht hat, sieht das rund 6,5 Milliarden Kilometer entfernte Objekt aus wie ein Schneemann oder eine eigenwillig gewachsene Bio-Kartoffel. Die Aufnahmen, die die Nasa am Mittwoch erstmals zeigte, hatte die Sonde «New Horizons» bei ihrem Vorbeiflug in der Silvesternacht an dem Himmelskörper gemacht.

«Es handelt sich um zwei komplett verschiedene Objekte, die nun zusammengewachsen sind», sagte Missionschef Alan Stern bei einer Pressekonferenz. Ein Objekt ist etwa halb so groß wie das andere. Wahrscheinlich seien sie eine Zeit lang umeinander herumgeflogen, bis sie aneinander angedockt hätten.

Mehr Daten, mehr Missionen

Am Dienstag hatte die Nasa bereits ein erstes noch deutlich unschärferes Foto von «Ultima Thule» veröffentlicht. In den kommenden rund 20 Monaten soll die Sonde «New Horizons» noch zahlreiche weitere Fotos und Daten von dem historischen Vorbeiflug senden, bei dem sie mit rund 51.500 Kilometern pro Stunde in rund 3500 Kilometern Abstand an «Ultima Thule» vorbeigeflogen war. Über den Himmelskörper war bislang extrem wenig bekannt.

Die rund 700 Millionen Euro teure «New Horizons»-Mission hat schon einiges hinter sich: Im Januar 2006 war die Sonde vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet, danach an zahlreichen Planeten vorbeigekommen. 2015 passierte sie als erster Flugkörper Pluto. Weitere Vorbeiflüge an anderen Objekten sind laut Nasa denkbar. rif/dpa

Twitter

Folgen Sie unserer Wissen und Forschen Redaktion auf Twitter: