Gesundheitssenatorin Dilek Kolat

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Berlins neuer Senat : Der Bürgermeister und seine neuen Senatoren
Kevin P. Hoffmann
Dilek Kolat (SPD), Gesundheitssenatorin, bei der Ernennung der neuen Berliner Senatoren im Roten Rathaus in Berlin.
Dilek Kolat (SPD), Gesundheitssenatorin, bei der Ernennung der neuen Berliner Senatoren im Roten Rathaus in Berlin.Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Die Gesundheitssenatorin

Wenn sich Dilek Kolat an ihren Schreibtisch in der Senatsgesundheitsverwaltung setzt, werden zuerst die Klinikleiter anrufen – noch vor den Ärzten, Kassenchefs, Patientenvertretern. Zwar versuchte schon Ex-Senator Mario Czaja (CDU), mehr Fachkräfte an die Kliniken zu holen, doch Berlin wächst schnell, die Rettungsstellen sind voll, kein Krankenhaus, in dem das Personal nicht tausende Überstunden gesammelt hätte. Problem: Pro Diagnose und Fall zahlen die Kassen den Kliniken eine Pauschale – das reicht nicht für mehr Personal. Das Pauschalensystem wurde auf Bundesebene festgelegt.

Von SPD-Frau Kolat erwarten die Kliniken aber, Druck auf die Kassen zu machen, damit wenigstens die Regionalkomponente – der Landesbasisfallwert – steigt. Von diesem Wert leiten sich die Höhen der Pauschalen ab. In Berlin liegt er bei 3278 Euro – unter dem Bundesdurchschnitt. Die Kassen sagen, der Senat solle erstmal die Kliniken sanieren, laut Gesetz ist das Staatsaufgabe: Höhere Pauschalen ergäben erst Sinn, wenn damit nicht OP-Säle modernisiert, sondern tatsächlich Fachkräfte bezahlt würden. Politisch sollten die knappen Pauschalen übrigens dazu beitragen, dass unwirtschaftliche Kliniken pleitegehen. In Berlin aber wurden genug gestrichen: Nach der Wende gab es 40 000 Krankenbetten, heute sind es 21 000. Wen Kolat nun sicher gut gebrauchen kann? Ihren Staatssekretär Boris Velter – seit Jahren ein Fachmann für Kliniken.

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