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Tag 4 des Blackouts in Berlin: Vulkangruppe äußert sich zu Russland-Spekulation – Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts

Nach Brandanschlag auf Stromversorgung im Südwesten: + 21.900 Haushalte noch ohne Strom + 13 Schulen bleiben dicht + Vulkangruppe bekennt sich + Alle Entwicklungen im Blog.

Zehntausende Haushalte, dazu Supermärkte, Läden, Lokale und Unternehmen im Südwesten von Berlin sind seit Samstagmorgen ohne Strom. Betroffen von dem Stromausfall sind weite Teile von Steglitz-Zehlendorf. Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen sind im Großeinsatz.

Die Fakten im Überblick

Wie geht es weiter? Was müssen Betroffene für die nächsten Tage wissen? In diesem Liveblog informieren wir über die Entwicklungen rund um den Stromausfall.

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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus
Vulkangruppe“ veröffentlicht eine „Richtigstellung“ und äußert sich zu Russlandverdacht

Die „Vulkangruppe“ hat sich am Dienstagabend mit einer sogenannten „Richtigstellung“ auf dem linken Portal knack.news gemeldet. Darin äußert sie sich zu Spekulationen um eine Beteiligung Russlands an dem Angriff aufs Berliner Stromnetz. „Dass Menschen hier vor Ort in der Lage sind, Infrastruktur anzugreifen, passt nicht ins Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Also wird ein äußerer Feind konstruiert“, heißt es in dem Schreiben.

Man melde sich erneut, „weil nach unserer ersten Erklärung vieles bewusst missverstanden oder verzerrt wurde“. Das Handeln der Gruppe richte sich „nicht gegen Menschen, sondern gegen eine Infrastruktur, die tagtäglich Menschen, Umwelt und Zukunft zerstört“. Gleichzeitig sehe man die Situation der Menschen vor Ort. „Niemand von uns ignoriert, dass der Ausfall von Strom für viele eine reale Belastung bedeutet – insbesondere für Alte, Kranke, Kinder und all jene, die ohnehin am Rand dieser Gesellschaft stehen. Diese Härten sind nicht zufällig, sondern Ergebnis eines Systems, das kritische Versorgung zentralisiert, profitorientiert organisiert und bewusst verwundbar macht.“

Die Vulkangruppe hatte sich zuvor zu dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz bekannt.
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Constanze Nauhaus
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Feuerwehr bittet ums Stromsparen

Die Feuerwehr hat Betroffene, die bereits wieder mit Strom versorgt sind, bei X aufgerufen, selbigen zu sparen. "In den vergangenen Stunden konnte die Stromversorgung in vielen Bereichen wiederhergestellt werden", hieß es. Doch um die Stabilität des Netzes sicherzustellen, wird darum gebeten, den Verbrauch auf ein nötiges Minimum zu reduzieren.
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

Netzbetreiber: Gut im Zeitplan

Der Netzbetreiber arbeitet daran, dass wieder alle Menschen mit Strom versorgt werden. Laut Betreiber sind die Tiefbauarbeiten für die beiden provisorischen Kabelverbindungen abgeschlossen. Nun begännen die elektrischen Arbeiten zur Herstellung der Verbindung. Damit liege man „sehr gut im Zeitplan“, sagte ein Sprecher. 

Laut Stromnetz handelt es sich inzwischen um den längsten Stromausfall in der Hauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Blackout vom September 2025 im Berliner Südosten hatte rund 60 Stunden gedauert. Damals waren rund 50.000 Stromkunden betroffen. (dpa)
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

Wegner wehrt sich nach Stromausfall gegen Kritik


Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner setzt sich gegen Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem folgenreichen Brandanschlag auf die Stromversorgung zur Wehr. Die Opposition und auch Vertreter des Koalitionspartners SPD werfen dem CDU-Politiker unter anderem vor, am vergangenen Samstag, dem ersten Tag des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten, nicht vor Ort präsent gewesen zu sein.

Wegner habe seit Samstagmorgen praktisch den ganzen Tag über mit Vertretern der Bundesregierung, der Stromnetz Berlin GmbH, anderen Senatsmitgliedern und den Krisenstäben telefoniert, um schnelle Hilfe wie die Unterstützung der Bundeswehr zu organisieren, heißt es aus seinem Umfeld. Das wäre vor Ort im Krisengebiet ohne Internet- und Handyempfang gar nicht möglich gewesen.

Dem Regierenden Bürgermeister sei es wichtig gewesen, sich zunächst einen Überblick über die Lage zu verschaffen und Hilfe für die betroffenen Menschen zu organisieren. Wahlkampf-Fotos vor Ort hätten den rund 100.000 Menschen ohne Strom und Heizung aus Wegners Sicht nicht geholfen. 

Zurückgewiesen wurden von Wegners Umfeld zudem Behauptungen, der Regierende Bürgermeister sei im Urlaub gewesen. Das sei falsch, Wegner habe sich über Weihnachten und Silvester und auch am vergangenen Wochenende in Berlin aufgehalten. (dpa)
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus
Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts

Nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es bestehe unter anderem der Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe, erklärte die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde zur Begründung. Zuletzt hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger zeigt sich froh, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen hat. „Wir sprechen von einem linksterroristischen Anschlag auf unser Stromnetz, hochkonspirativ vorbereitet und mit erheblicher krimineller Energie ausgeführt“, sagte die SPD-Politikerin.

„Das ist ein Angriff auf unsere Sicherheit. Lebensgefahr für ältere Menschen und vulnerable Gruppen wurden als Kollateralschaden von den Tätern in Kauf genommen.“ Spranger und auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatten schnell von „Linksterrorismus“ gesprochen. 

Mit den Hintergründen des Anschlags auf das Berliner Stromnetz beschäftigen sich auch Abgeordnete des Bundestages – noch vor der ersten Sitzungswoche des Jahres. Wie aus der Grünen-Fraktion verlautete, soll es am Donnerstag für die Obleute der Fraktionen im Innenausschuss sowie einige weitere Ausschussmitglieder eine telefonische Unterrichtung durch das Bundesinnenministerium geben. (dpa)
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

Notrufe im Freien wieder möglich

Dank einer Basisversorgung der Deutschen Telekom sind im Freien wieder Notrufe von Mobiltelefonen möglich. Das teilte das Hauptstadtportal berlin.de am Dienstag mit. Demnach  können Betroffene ab sofort unabhängig von ihrem Netzanbieter Notrufe absetzen – selbst, wenn das Gerät weiterhin "keinen Empfang" anzeigt. Innerhalb von Gebäuden sei dies allerdings nicht gewährleistet.
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

"Wir müssen auch unsere Strukturen optimieren": Wegner besucht Bundeswehr

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) besuchte am Dienstagnachmittag das Logistikzentrum von THW und Bundeswehr beim St. Marien-Krankenhaus. Er lobte die Arbeit der Einsatzkräfte und deren schnelle Reaktion, räumte aber auch ein, dass es im Land Berlin Verbesserungsbedarf gibt, was den Katastrophenschutz angeht. "Wir müssen uns ehrlich machen: Wo können wir besser werden?", sagte Wegner im Gespräch mit den Einsatzkräften. "Wir müssen auch unsere Strukturen optimieren", so der Regierende. Kurz vor Wegner besuchte Innensenatorin Iris Spranger das Einsatzzentrum und bedankte sich bei den Einsatzkräften.
Wegner besuchte die Einsatzkräfte der Bundeswehr
Wegner besuchte die Einsatzkräfte der Bundeswehr   Bild: Dominik Lenze
Die Bundeswehr unterstützt am Dienstagnachmittag die Einsatzkräfte, zum Beispiel beim Ausschenken von Suppe – aber auch bei der Notstromversorgung: Die Soldaten bringen das  Benzin in großen Tanklastern zum Logistikzentrum und befüllen dort die Fahrzeuge des THW, die damit dann wiederum die zahlreichen Notstromaggregate versorgen. "Ohne die Unterstützung der Bundeswehr könnten wir das gar nicht leisten, wir sind sehr dankbar dafür", sagt THW-Einsatzleiter Dirk Ulrich.

Nach Angaben eines Bundeswehrsoldaten seien seit Einsatzbeginn schon über 10.000 Liter Sprit hergebracht und umgetankt worden. Seit dem Stromausfall in Köpenick 2018 habe das THW bereits die Tankkapazitäten für solche Lagen ausgebaut – bei Lagen wie dem Riesenstromausfall in Steglitz-Zehlendorf sei man dennoch auf Unterstützung angewiesen. Die Bundeswehr ist mit neun Tankfahrzeugen im Einsatz, davon stehen drei immer am Logistikzentrum bereit, um THW-Einsatzfahrzeuge nachzufüllen. (Dominik Lenze)
Die Bundeswehr unterstützt bei der Notstromversorgung
Die Bundeswehr unterstützt bei der Notstromversorgung   Bild: Dominik Lenze
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

Zwei vom Stromausfall betroffene freie Schulen wieder am Netz

An der Johanna-Gerdes-Grundschule findet laut Mitteilung der Schulleitung schon seit dem heutigen Dienstag wieder Unterricht statt, die Evangelische Grundschule Zehlendorf öffnet am Mittwoch ihre Türen. An der öffentlichen Süd-Grundschule fand am Dienstag noch kein Unterricht statt, diese geht ebenfalls am Mittwoch wieder in Betrieb. Bisher nicht bekannt war, dass auch die freie Sancta-Maria-Schule der Hedwigschwestern wegen des Stromausfalls geschlossen ist. Damit sind derzeit neun öffentliche und vier freie Schulen im Blackout-Gebiet außer Betrieb.

Die Heizungsanlagen an sieben vom Stromausfall betroffenen öffentlichen Schulen werden durch Stromaggregate vor dem Einfrieren gesichert. Das teilte Malgorzata Sijbrandij (CDU), Schulstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, dem Tagesspiegel mit. Lediglich die Schweizerhof-Grundschule hänge an der Anlage der John-F.-Kennedy-Schule, die von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) verwaltet wird. Mit dieser stehe das Bezirksamt bereits im Austausch. (Margarethe Gallersdörfer)
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Claudia Liebram
Author Claudia Liebram

Noch 24.700 Haushalte und 1120 Gewerbekunden ohne Strom

Stromnetz Berlin hat am Dienstag weitere Haushalte und Gewerbekunden ans Stromnetz angeschlossen. 
 Den Angaben nach waren am 6. Januar um 12.45 Uhr noch etwa 24.700 Haushalte und 1120 Gewerbekunden ohne Strom – vor allem in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

"Die Arbeiten laufen besser als geplant"", teilt das Unternehmen mit. Es warnt schon mal vor: "Bei der Inbetriebnahme kann es zu erneuten Stromunterbrechungen von wenigen Minuten kommen."
 
Alle, die in der Zwischenzeit wieder mit Strom versorgt wurden, sollten den Stromverbrauch "trotzdem erst einmal auf ein unbedingt notwendiges Minimum beschränken". Größere Verbraucher wie Waschmaschine oder Trockner sollten erst einmal nicht genutzt werden. Auch das Laden von Elektro-Fahrzeugen über eine Wallbox sollte erst einmal unterbleiben. Verwiesen wird auf Ladepunkte außerhalb der betroffenen Stadtteile.
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

Schlafen bei 11,5 Grad

"Man soll ja bekanntlich etwas kälter schlafen", schreibt Leserin Christiane aus Nikolassee – "aber gleich sooo kalt?" 11,5 Grad zeigt das Thermometer in ihrer Wohnung.

Haben Sie auch Fotos vom Leben im Blackout? Schicken Sie sie uns an berlin@tagesspiegel.de.

11,5 Grad misst unsere Leserin bei sich zu Hause.
11,5 Grad misst unsere Leserin bei sich zu Hause.   Bild: Christiane aus Nikolassee
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Constanze Nauhaus
Author Constanze Nauhaus

Nach Brandanschlag auf Stromnetz: Wegner kritisiert Linke


Nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz kritisiert Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Linke. „Was ich verurteile und scharf verurteile, ist, dass die Linkspartei ganz offenkundig davon ausgeht, dass dieser Anschlag nichts mit links zu tun hat“, sagte der CDU-Politiker. „Dass die Linkspartei erklärt hat: Das ist nicht links.“

Es sei ein linksextremistischer Anschlag, betonte Wegner. „Das Bekennerschreiben ist hier eindeutig. Und dass die Linkspartei hier sich wegduckt, vielleicht sogar noch die Täterin oder die Täter schützt mit diesen Aussagen, ist für mich absolut inakzeptabel.“

Medienberichten zufolge hatte die Spitzenkandidatin der Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Elif Eralp, bei einem Besuch bei Betroffenen des Stromausfalls den Anschlag verurteilt und gesagt: „Nichts ist links an dem, was hier getan wurde.“ 

Der Bundesvorsitzende der Linken, Jan van Aken, verurteilte den Anschlag ebenfalls. „Diese Aktion ist total panne, da ist sich die gesamte Linkspartei einig, dass das nicht richtig ist“, sagte van Aken am Montag. „Da sitzen jetzt Tausende Menschen allein im Dunkeln in ihren Wohnungen und frieren. Für mich ist linke Politik eine, die an der Seite der Menschen steht.“ (dpa)
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Claudia Liebram
Author Claudia Liebram

Söder fordert Ermittlungen der Bundesbehörden nach Brandanschlag

Nach dem Stromausfall in Teilen Berlins fordert CSU-Chef Markus Söder Ermittlungen gegen die Verantwortlichen durch Bundesbehörden.

Der Vorfall zeige, dass der Linksterrorismus wie der Rechtsterrorismus eine Herausforderung in Deutschland sei, sagte der bayerische Ministerpräsident beim Auftakt der CSU-Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon. „Deswegen, glaube ich, sollte man dieses Thema nicht nur lokal, sondern national behandeln“, betonte Söder. Der Generalbundesanwalt und die Bundesbehörden sollten sich damit auseinandersetzen und klären, wer hinter der Gruppe stecke, die sich zu dem Brandanschlag bekannt hätte.

 „Die Sicherheit der Bevölkerung steht letztlich immer an erster Stelle“, sagte Söder, daher müsse man prüfen, wie man die „so schnell wie möglich fangen“ könne. Auch gelte es zu klären, ob sie allein oder möglicherweise international agiert hätten. (dpa)
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Jule Damaske

Kai Wegner: „Wir haben einen terroristischen Anschlag in dieser Stadt erlebt“

„Wir haben einen terroristischen Anschlag in dieser Stadt erlebt“, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Pressekonferenz des Senats am Dienstag. „Ein linksterroristischer Anschlag. Ich will das noch mal sagen: Es war kein kleiner Brandanschlag, es war auch keine Sabotage. Hier ging es um einen terroristischen Akt und dafür ist das Bundeskriminalamt, die Bundesanwaltschaft, zuständig.“

Zu den Hintergründen des Brandanschlags arbeiten Berliner Polizei und das Landeskriminalamt auch mit Bundesbehörden wie dem Bundeskriminalamt eng zusammen.

Nach Zeugenaufrufen seien Hinweise im „mittleren zweistelligen Bereich“ eingegangen, sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner. Acht davon seien erfolgversprechend. Zudem habe die Polizei mehrere hundert Stunden Videomaterial sichergestellt. Dieses müsse nun ausgewertet werden von der Ermittlungsgruppe, die beim für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz der Polizei den Fall bearbeitet. Laut Langner wird überlegt, ob weitere Beamte hinzugezogen werden müssten. 

„Wir werden den Druck so was von erhöhen, denn wir haben gemeinsam das Ziel, diese militanten Kriminellen, diese Linksterroristen, zu erwischen“, sagte Wegner weiter. „Wir wollen sie kriegen und wir wollen, dass sie eine entsprechende Bestrafung bekommen, da sie das Leben von Menschen bewusst bedroht und gefährdet haben.“
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Claudia Liebram
Author Claudia Liebram

Franziska Giffey kündigt Ausweitung der Videoüberwachung an


Drei Viertel der kritischen Infrastruktur in Berlin wird von Videokameras überwacht. Ein Viertel jedoch liegt laut Franziska Giffey auf öffentlichem Straßenland – wie die Kabelbrücke über den Teltowkanal. "Wir hatten in den vergangenen Tagen über die Abwägung von Sicherheit und Transparenz, von Sicherheit und Datenschutz berichtet", so Giffey weiter. Bei seiner heutigen Sitzung sei der Krisenstab zu einer veränderten Auffassung bei kritischen Anlagen gekommen. "Dort wird eine Priorisierung gegenüber dem Datenschutz vorgenommen" – und werde Videoüberwachung eingeführt.

Mittels Künstlicher Intelligenz sollen dort zudem Veränderungen in der Temperatur oder Sensorik schnell festgestellt und gemeldet werden können.

Außerdem sollen Anlagen, wo möglich, unter die Erde verlegt werden. Damit sei in den vergangenen zwei Jahren bereits begonnen worden.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner ergänzte, dass derzeit besonders wichtige Anlagen häufiger von Polizeistreifen angefahren würden.
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Claudia Liebram
Author Claudia Liebram

Stromnetz Berlin arbeitet im Dreischichtbetrieb

Die Arbeit der Stromnetz Berlin GmbH konzentriert sich derzeit auf zwei Bereiche: den Ort des Brandanschlags und ein Umspannwerk, das über ein anderes Umspannwerk versorgt wird. "Wir arbeiten im Dreischichtbetrieb", so Geschäftsführer Bernhard Büllmann. Er zeigte sich in der Pressekonferenz zuversichtlich, dass die betroffenen Berliner am Donnerstag wieder Strom haben. Auch bis dahin sollen Kunden nach und nach ans Netz angeschlossen werden.

Nachdem am gestrigen Montag ein Notstromaggregat ans Netz gehen konnte, sind heute 17 dieser Geräte im Einsatz. Damit sind laut Büllmann alle Pflegeeinrichtungen und die S-Bahnhöfe wieder mit Strom versorgt worden. Insgesamt seien 36 Notstromaggregate sternförmig nach Berlin transportiert worden.

Auch Büllmann sprach von einem komplexen Vorgang, wenn der Strom am Donnerstag wieder fließen soll. Das reparierte Kabel werde ein Provisorium sein, eine Spannungsprüfung und viele Schaltvorgänge seien nötig. Ein Wiederversorgungskonzept müsse noch festgezurrt werden.
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Julius Geiler

Frostschäden bei Wärmepumpen im Blackout-Gebiet? Hersteller klärt auf 

Im vom Stromausfall betroffenen Gebiet wächst die Sorge bei Wärmepumpen-Besitzern vor Schäden an den Geräten. Wenn das Wasser bei Minusgraden mehrere Tage im Außengerät der Wärmepumpe steht, wächst das Risiko von Frostschäden. 

Zwar verfügen moderne Wärmepumpen über eine hohe thermische Trägheit, doch eine einfache und sichere Vorsichtsmaßnahme ist wichtig: das Entleeren der Außeneinheit.

Nach Tagesspiegel-Informationen hat unter anderem der Wärmepumpen-Hersteller "thermondo" bereits alle 90 Kunden im stromlosen Berliner Südwesten kontaktiert und Schritt-für-Schritt-Anleitungen erstellt, wie Hausbesitzer mit wenigen Handgriffen die Außeneinheiten der Geräte entleeren können.

Wer dabei Hilfe benötigt, erhält Unterstützung durch Servicetechniker der Firma. Generell betrifft das Risiko von Frostschäden durch stehendes Wasser bei einem tagelangen Stromausfall in winterlichen Verhältnissen potenziell alle Heizsysteme, auch Gas- oder Ölheizungen.


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Claudia Liebram
Author Claudia Liebram

Hubschrauber flogen bis 3.15 Uhr

Polizeivizepräsident Marco Langner berichtete bei der Senatspressekonferenz von Einsätzen aus der Nacht. Demnach wurden die Einsatzkräfte zu sechs ausgelösten Alarmanlagen gerufen – alles Fehlalarme wegen des Stromausfalls.

Ein weiterer Einsatz galt einem dann doch erfolgreichen Einbruch. Außerdem musste eine ältere Dame in ein Krankenhaus eingeliefert werden, die psychische Auffälligkeiten zeigte.

Polizeihubschrauber waren bis um 3.15 Uhr im Einsatz, um mit Sicht- und Wärmebildkameras die Einsatzkräfte am Boden zu unterstützen.

Am Montag fuhr die Polizei mit 266 Lautsprecherdurchsagen durch die Gegend des Blackouts. Darüber wurden praktische Hinweise verkündet – etwa, welche Lebensmittelfilialen wann geöffnet sind oder wann die S-Bahn wieder fährt. 

An mobilen Wachen ist laut Langner kein großer Andrang zu bemerken.
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