Machtkampf bei Berliner CDU : Graf Dracula und derbe Sprüche der Altvorderen

Ein böses Polit-Rätsel und Kai Wegner und ganz viele Unschuldige. Und was macht eigentlich Monika Grütters? Hier ein frischer Blick in den neuen "Checkpoint"

Ein mächtiger Mann in der Berliner CDU: Kai Wegner.
Ein mächtiger Mann in der Berliner CDU: Kai Wegner.Foto: dpa

Beginnen wir den heutigen Donnerstagmorgen mit einem kleinen Polit-Rätsel im neuen "Checkpoint" vom Tagesspiegel – wer hat über den CDU-Frondeur Kai Wegner gestern folgendes gesagt: „Ach der Kai, dit is doch bloß ‘n kleener Prolet aus Spandau“?

a) Eberhard Diepgen

b) Klaus Landowsky

c) Konrad Adenauer

Die CDU-Landesgeschäftsstelle hilft leider bei der Beantwortung dieser oder anderer Fragen zum internen Machtkampf nicht weiter, die sagt nämlich lieber gar nichts mehr („… bitten um Verständnis, dass wir Presseanfragen nicht kommentieren“). Und auch ansonsten umtriebige Akteure scheuen plötzlich das Licht wie sonst Graf Dracula. Die Liste derer, die angeblich vom Putschplan in aller Unschuld überrascht waren, wächst täglich - wir heben sie mal auf, hier im "Checkpoint". So viele Ahnungslose wie derzeit in der Berliner CDU gibt’s ja auf keinem Rübenacker.

Dafür reden die Altvorderen: Eberhard Diepgen, Ex-Regierender und Ehrenvorsitzender, regt eine Verschiebung des Parteitags an und spricht: „Der Esel geht manchmal auch dann aufs Eis, wenn es ihm nicht gut geht.“ Klaus Landowsky, Ex-Fraktionschef, lobt Monika Grütters („Als Berliner sag‘ ick: Dit is ne Jute“), hält den Machtkampf für „zerstörerisch“ und befindet: „Kai Wegner ist für dieses Amt zu klein.“ Und auch Frank Steffel ist auf einmal von der Vorsitzenden geradezu begeistert: Einen „Glücksfall für die Berliner CDU“ nennt er sie.

Und Grütters selbst? Schwieg und fuhr am Abend nach Leipzig zur Buchmesse, als Bundeskulturministerin. Zurück ließ sie in Berlin die druckfrische Ausgabe der Parteizeitung „Berliner Rundschau“ - im Editorial wünscht sie „spannende und unterhaltsame Lektüre“. Die gibt’s allerdings jetzt anderswo, z.B. hier: Der Noch-Generalsekretär und Grütters-Vertraute Stefan Evers (der Wegner den Job des Generalsekretärs abnahm) gibt wegen der gekippten Machtverhältnisse den Kreisvorsitz von Charlottenburg-Wilmersdorf an MdB Klaus-Dieter Gröhler ab. Natürlich völlig freiwillig, um sich auf andere Aufgaben zu konzentrieren.

Kurz nach 6 Uhr: Lesen Sie den "Tagesspiegel Checkpoint"

Jeden Morgen, kurz nach 6 Uhr, in Ihrer Mailbox - der "Checkpoint" von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Den Newsletter können Sie unkompliziert bestellen unter www.tagesspiegel.de/checkpoint. Aus dem neuen "Checkpoint" haben wir auch diese Geschichte entnommen - und das war erst der Anfang.

Lesen Sie mehr zur Debatte in der CDU im Tagesspiegel

- „Kai Wegner ist für dieses Amt zu klein“. Nach Wegners Kampfansage an Parteichefin Grütters rumort es heftig in der Berliner Union. Hier der Tagesspiegel-Text.

- Aufstand der Seilschaft "alter Männer": Die Entscheidung in der Berliner CDU zwischen Kai Wegner und Monika Grütters ist Systemfrage: Soll die Partei sich öffnen oder zurück in alte Muster verfallen? Lesen Sie hier mehr im "Checkpoint" vom Mittwoch.

- Tagesspiegel-Kommentar: Aufstand der Gartenzwerge - Kai Wegner fordert Berlins CDU-Chefin Monika Grütters heraus. Das hilft niemandem, noch nicht mal Wegner selbst. Ein Kommentar von Chefredakteur und "Checkpoint"-Chef Lorenz Maroldt.

- Herthaner seit 1981, Präsident der DLRG - und seit wie vielen Jahren CDU-Chef in SpandauSteht hier im neuen Spandau-Newsletter des Tagesspiegel.

- Übrigens: Dem etwas speziellen Berliner Bezirk widmen wir uns leidenschaftlich gern im Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel. Lust? Hier kriegen Sie ihn - ganz ohne Geprolle: https://leute.tagesspiegel.de

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