Müll in Berlin : "Jeder Einzelne sollte Verantwortung übernehmen"

Der Pankower Stadtrat hatte mehr Müll-Kontrollen gefordert, Berlin sei ihm zu dreckig. Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg setzt dagegen auf Bürgerverantwortung.

Sperrmüll in der Neuköllner Weserstraße (Archivbild).
Sperrmüll in der Neuköllner Weserstraße (Archivbild).Foto: Petrov Ahner

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), hat  Forderungen des Pankower Bezirksstadtrats für Ordnung, Daniel Krüger (für AfD), nach mehr Kontrollen zurückgewiesen. Krüger hatte konzentrierte Aktionen des Ordnungsamtes mit zahlreichen Mitarbeitern in den Parks angekündigt. Mit Schwerpunktkontrollen will er etwa gegen Vermüllung und Parksünder vorgehen. „Mir ist Berlin einfach zu dreckig“, hatte Krüger im Tagesspiegel-Interview gesagt.

Herrmann sagte nun, „noch mehr Kontrolle kann hier nicht die Lösung sein“. Stattdessen sieht die Grünen-Politikerin die Bürger in der Verantwortung: „Jeder und jede Einzelne sollte Verantwortung für seinen Müll übernehmen und diesen ordentlich entsorgen. Die Sauberkeit Berlin ist ja eigentlich im Interesse aller.“

Müll, Dreck und Vandalismus in Berlin
"Heute morgen auf dem Flughafenfeld nach schönem Wetter", schreibt uns Ingo Bankmann zu diesen übervollen Containern an der "BBQ Area". So ähnlich sieht es an vielen schönen Plätzen Berlins aus, wenn ein paar Tage die Sonne geschienen hat.Weitere Bilder anzeigen
1 von 197Foto: Ingo Bankmann
23.04.2018 12:37"Heute morgen auf dem Flughafenfeld nach schönem Wetter", schreibt uns Ingo Bankmann zu diesen übervollen Containern an der "BBQ...

Die Aufgabe des BSR sei nicht, hinter den Leuten herzuräumen

Auch sie ärgere es sehr, dass Berlin „leider sehr dreckig“ sei. „Viele Leute haben leider eine Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität und gehen davon aus, dass sich schon irgendjemand anderes ums Weg- und Aufräumen kümmern wird.“ Müll werde neben Müllcontainern abgelegt, Sperrmüll und alte Elektrogeräte auf die Straße gestellt, Speisereste auf Spielplätzen hinterlassen.

Auch deshalb gebe es in der Stadt „sehr viele Ratten“. Die BSR mache eine guten Job, doch könne es nicht Aufgabe des Stadtreinigungsbetriebes sein, „hinter 3,6 Millionen Berlinerinnen und Berlinern herzuräumen, die zu faul sind, bis zum nächsten Abfalleimer zu laufen oder sich um die Entsorgung ihrer alten Matratze zu kümmern“.

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