Nachhaltige Projekte : Senat finanziert Hunderte Start-up-Stipendien

Landesregierung schüttet fast 18 Millionen Euro für 13 Projekte aus. Ramona Pop hofft auf nachhaltige und soziale Konzepte.

Smart City oder Elektromobilität? Bei der Auswahl wurden Projekte berücksichtigt, die sich für Innovation einsetzen.
Smart City oder Elektromobilität? Bei der Auswahl wurden Projekte berücksichtigt, die sich für Innovation einsetzen.Foto: picture alliance/dpa

Das Programm „Berliner Startup Stipendium“ ist in die nächste Förderrunde gestartet. Mit dem heutigen 1. Oktober werden 13 neue Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 17,7 Millionen Euro unterstützt. Das teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft dem Tagesspiegel mit. Bis Ende Juni hatten interessierte Unternehmen, Verbände oder Hochschulen Projektvorschläge zur Förderung von Start-ups einreichen dürfen.

Um den aktuellen Herausforderungen einer wachsenden Metropole gerecht zu werden, habe man die Programmschwerpunkte auf die Themenbereiche Nachhaltigkeit und Innovation fokussiert, hieß es. „Die Konzentration des ‚Berliner Startup Stipendiums‘ hat sich gelohnt“, meint Senatorin Ramona Pop (Grüne): „Wir haben hervorragende Projektvorschläge erhalten, die sich auf die Lösung zentraler gesellschaftlicher und ökologischer Aufgaben ausrichten. Wir unterstützen sie mit unserem Stipendium bei ihrer Entwicklung. Damit wollen wir die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Berlin weiter erhöhen. Ich bin sehr gespannt auf die daraus hervorgehenden Start-ups.“

Insgesamt wurden 26 Projektvorschläge eingereicht, die von der Senatsverwaltung nach 18 Kriterien bewertet worden sind. Bei der Projektauswahl seien vorrangig Vorschläge berücksichtigt, worden, die sich auf die Themen Smart City, Zukunftsorte/Innovationsstadtteile, nachhaltige Stadtentwicklung, Energiewende, Elektromobilität, öffentlicher Personennahverkehr, Gesundheit, Ernährung, Kreislaufwirtschaft, soziale Ökonomie, Behörden als (Start-)Kunden, urbane saubere Industrie sowie Internationalisierung beziehen.

Förderzeitraum von sechs bis zwölf Monaten

Mit dem Start-up-Stipendium unterstütze man Gründerinnen und Gründer mit einem technologiebasierten Gründungskonzept im Rahmen von Gründungswerkstätten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten, sofern der bereits im Ansatz entwickelte Prototyp noch einer Weiterentwicklung bedarf, um den Markteintritt zu realisieren.

In diesem Zeitraum erhalten die angehenden Start-ups Stipendien in Höhe von bis zu 2000 Euro pro Person und Monat. Das Geld stammt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020/23 werden mit diesem Instrument 1330 Gründer im Gesamtvolumen von knapp 40 Millionen Euro gefördert. Folgende Antragsteller erhielten positive Förderbescheide: 

  • Die Weißensee Kunsthochschule Berlin erhält Förderung für ihre „DesignFarmBerlin“. In dem Programm erhalten Studierende, die im Rahmen ihres Fachstudiums ein „zukunftsweisendes, technologiebasiertes Konzept“ entwickelt haben, Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihres Prototypen.
  • Die AtomLeap GmbH betreibt ein Accelerator-Programm zur Förderung von Hightech-Gründungen. Gründer erhalten binnen zwei Jahren eine mehrmonatige Betreuung, individuelle Workshops sowie eine Ansprechperson.
  • Die Friedrichshainer Startup Colors Unternehmergesellschaft (UG) erhält Förderung für ihren Inkubator „Vision Health Pioneers“. Hier erhalten bis zu 48 Experten die Möglichkeit, ihre bestehenden Ideen im Klinikalltag und mithilfe echter Patienten zu validieren.
  • Die Silicon Allee UG veranstaltet seit 2011 Events, Netzwerk- und Bildungsveranstaltungen, um die lokale Start-up-Szene zu vernetzen.
  • Die Soulproducts GmbH ermöglicht 30 Teilnehmern des „Soulinkubators“, sich intensiv mit dem Problem des Plastikmülls zu befassen: Stipendiaten erhalten ein Coaching- und Fortbildungsprogramm – und 1500 Euro pro Monat.
  • Der „Smart City Incubator“ BerlinPlusOne hilft Gründern bei der Entwicklung neuer Tech-Lösungen für den SmartCity-Sektor. Er fördert 60 Stipendiaten in Teams von zwei bis vier Personen.
  • Der Verband der Digitalwirtschaft Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) erhält Förderung für seine Gründungswerkstatt „Deep Tech Berlin Startups“. Speziell Frauen mit Tech-Ideen werden gefördert.
  • Die Sharkbite Innovation GmbH will 30 Gründer in ihrem „Berlin Green Accelerator“ für nachhaltige und technische Mobilitäts-Innovationen trainieren, international vernetzen.
  • Die staatliche anerkannte CODE University of Applied Sciences gewährt ihren Studierenden sogenannte „Pre-Seed Startup-Grants“ zur Entwicklung ihrer vielversprechendsten Ideen.
  • Die Beuth Hochschule für Technik erhält Förderung für ihr Start-up-Stipendium, das Projekte fördert, die Lösungen für gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Probleme im Kontext einer Smart City im Fokus haben.
  • Die Bosch Software Innovations GmbH wird mit ihrem „Bosch Startup Habour“ unterstützt. Hier erhalten 60 Teilnehmer Zugang zum Campus in Tempelhof, 1800 Euro. Gesucht sind Projekte rund um Deep Tech, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz.
  • Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) möchte mit dem Geld bis zu 56 Stipendiaten unterstützen, in möglichst interdisziplinären Teams „bereits im Ansatz entwickelte Prototypen“ zur Marktreife zu führen. Teilnehmer erhalten 2000 Euro monatlich – maximal ein Jahr lang.
  • Die Humboldt-Universität erhält rund vier Millionen Euro stellvertretend für ihren Verbund mit Charité, Freier Universität (FU) und Technischer Universität (TU). Gemeinsam wollen die Hochschulen in ihrer „University Startup Factory – The Next Chapter“ ebenfalls technologiebasierte Unternehmensgründungen fördern.
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