Neue Direktionsleiter : Andreas Geisel ernennt neue Polizeichefs

Von Friedrichshain bis Pankow, von Reinickendorf bis Neukölln: Der Innensenator ernennt neue Direktsleiter - auch umstrittene

Innensenator Andreas Geisel, SPD, bei einem Kieztermin in Staaken
Innensenator Andreas Geisel, SPD, bei einem Kieztermin in StaakenFoto: André Görke

Großer Auflauf am Donnerstag im Ehrensaal bei der Polizei am Platz der Luftbrücke in Berlin-Tempelhof. Mehrere hohe Beamte wurden von Innensenator Andreas Geisel (SPD) offiziell ins Amt eingeführt: Jörg Wuttig, bislang Vize-Chef der Hundertschaften in der Direktion Einsatz, leitet die Direktion 5, noch Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln, die nach neuesten Reformplänen von Polizeipräsidentin Barbara Slowik zur City-Direktion mit diversen Kriminalitätsscherpunkten geschrumpft werden soll. Oliver Stepien, bislang Chef der Spezialeinheiten beim LKA, ist Slowiks neuer Stabsleiter.

Und auch die Direktion 1 (Pankow/Reinickendorf) hat eine neue Chefin: Jutta Porzucek, bisher Chefin des Staatsschutzes beim Landeskriminalamt, ist wegen der Pannen ihrer Abteilung im Fall des Terroristen Anis Amri und ihres Auftritts im Amri-Untersuchungsausschuss vor einem Jahr selbst in der rot-rot-grünen Koalition umstritten, Zitat Porzucek: „Ich habe die Gefährlichkeit des Amri bezüglich eines islamistischen Terroranschlags nicht als hoch eingeschätzt. Es wurde deutlich, dass der Ernst der Lage nicht erkannt wurde.“ 

Innensenator Andreas Geisel (SPD) fand am Donnerstag dennoch warme Worte für die Beamtin, die von Soldstufe A16 (5363,14 bis 6816,87 Euro im Monat) auf Soldstufe B2 (7110,95 Euro) aufstieg. Laut Teilnehmern sagte Geisel: „Sie ist sehr zuverlässig und geradlinig und verfügt über eine hohe Sozialkompetenz“.

Und der Senator betonte laut Teilnehmern, wie "ruhig und beruhigend" sie damals agiert habe. Am 19. Dezember 2016? Die sogenannte Maßnahme 300, die Absuche aller Treffs von Islamisten und Salafisten in Berlin, ordnete der von Porzucek geführte Staatsschutz jedenfalls erst drei Stunden nach dem von Anis Amri verübten Anschlag an.

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