Wie sich der Streik auswirkt

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Update
Öffentlicher Dienst droht mit längerem Ausstand : Nach dem Streik ist vor dem Streik

Die Auswirkungen waren unterschiedlich. An Schulen wie der Aziz-Nesin-Grundschule in Kreuzberg, wo viele Lehrer gewerkschaftlich organisiert sind, war kein Unterricht möglich. In anderen Schulen fielen viele Stunden aus. Auch etliche Kitas der städtischen Eigenbetriebe waren geschlossen. Die Erzieherinnen hatten den Eltern vorher Briefe mit Informationen zu Notbetreuungen mitgegeben.

Protest bei schönstem Sonnenschein. Tausenden Streikenden zogen am Mittwoch über den Boulevard Unter den Linden.
Protest bei schönstem Sonnenschein. Tausenden Streikenden zogen am Mittwoch über den Boulevard Unter den Linden.Foto: dpa

Andernorts kamen Besucher vergebens zu den Bürgerämtern. Im Rathaus Tempelhof etwa stand man vor verschlossenen Türen. Ein Rentner nahm es gelassen: „Da komme ich morgen wieder, ich habe ja Zeit.“ In Neukölln wiederum wurde gearbeitet. Bei den Jobcentern waren die Folgen für die Kunden ohnehin relativ gering. An einem Mittwoch gibt es Beratung dort nur nach vorheriger Terminvergabe.

Auch bei den Schwimmbädern machte sich der Streik bemerkbar. Den ganzen Tag über geschlossen waren die Bäder an der Landsberger Allee und die Halle am Sachsendamm. Etliche Schulklassen hatten deswegen keinen Schwimmunterricht. Gegen Mittag war es dann auch in Reinickendorf, Tiergarten und Kreuzberg mit dem Badespaß vorbei.

Am Vormittag trafen sich die Streikenden an der Friedrichstraße, um von dort zur Kundgebung auf den Alexanderplatz zu ziehen. „Be billig, be bildungsfern, be Berlin“, stand auf den Plakaten. Lehrer forderten: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit!“ Am Nachmittag wurden die Proteste dann in Potsdam fortgesetzt. Dort demonstrierten noch einmal rund 3000 Menschen vor dem Hotel, in dem am Donnerstag die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Unterstützung für die Streikenden kam von der Linkspartei. „Der Verweis auf die Finanznot der öffentlichen Haushalte zieht nicht, solange in Deutschland eine Steuer- und Finanzpolitik betrieben wird, die Vermögende und große Unternehmen schont“, sagt der Landesvorsitzende Klaus Lederer. Den Senat fordert er auf, „umgehend das weitere Ausbluten des Öffentlichen Dienstes“ zu stoppen.

Und auch ein weiterer Warnstreik könnte der Stadt in den nächsten Wochen drohen. Dann könnten Busse und Bahnen in den Depots bleiben. Bei der BVG waren seit dem Jahresende fünf Verhandlungsrunden um einen Manteltarifvertrag erfolglos. Sollte das auch für die nächste Runde am 19. März gelten, will Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler einen Warnstreik bei den Verkehrsbetrieben nicht ausschließen. Bei diesen Verhandlungen geht es laut Bäsler vor allem um die Beschäftigungssicherung. Zu Ende Juni kann bei der BVG auch der Gehaltstarifvertrag gekündigt werden. (mit dpa)

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