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Heerstraße in Berlin : Wie kam es zu dem tödlichen Unfall?

Eine Frau wurde von zwei Transportern erfasst und kam dabei ums Leben. Die Polizei gibt nun Details zum Hergang bekannt.

Der mutmaßliche Gewalttäter wurde in Bielefeld festgenommen und dann nach Berlin gebracht.
Der mutmaßliche Gewalttäter wurde in Bielefeld festgenommen und dann nach Berlin gebracht.Foto: dpa

Auf der Heerstraße in Berlin-Spandau hat sich am späten Dienstagnachmittag ein tödlicher Unfall ereignet. Nach Angaben der Polizei wurde eine Fußgängerin gegen 17 Uhr in Höhe der Freybrücke von einem Transporter erfasst, als sie die Straße überquerte, und wurde gegen ein weiteres Fahrzeug geschleudert. Die Frau war 72 Jahre alt. Sie starb auf der Heerstraße.

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Die Ausfallstraße hat am Unglücksort fünf Fahrspuren. Zwei stadteinwärts, zwei stadtauswärts. Und eine dritte Spur, die im Berufsverkehr geöffnet wird.

Die Straße ist beleuchtet, liegt aber am dunklen Waldrand. Ob die Frau dort einen Waldspaziergang unternahm, ist nicht bekannt. Wohnhäuser gibt es dort nicht direkt an der Straße. Zwei Ampeln für Fußgänger stehen jeweils einige hundert Meter westlich und östlich.

Am Mittwochmittag hat die Berliner Polizei nun erste Details nach Zeugenbefragungen bekannt gegeben. Zum Unfall soll es demnach so gekommen sein: Die Fußgängerin habe gegen 17.10 Uhr die fünfspurige Fahrbahn der Heerstraße „von Tiefwerder kommend betreten“, also vom nördlichen Bürgersteig. Sie muss demnach mindestens zwei Fahrspuren überquert haben, ehe es zum Unglück kam – an dieser Stelle steht der stadtauswärtige Verkehr um diese Uhrzeit immer.

„Der 46-jährige Fahrer eines Mercedes Vito, der die Heerstraße stadteinwärts befuhr, erfasste die Frau“, teilte die Polizei mit. „Durch die Wucht des Aufpralls wurde die 72-Jährige auf die Gegenfahrbahn geschleudert und von einem Mercedes Sprinter, mit dem ein 35-Jähriger stadtauswärts unterwegs war, erfasst.“

Polizei war mit Spezialisten und Drohne am Unfallort

Dieser Wagen war offenbar auf der mittleren Fahrspur der Heerstraße unterwegs - das zeigen Fotos der „B.Z.“ vom Unglücksort. Auf dieser dritten, mittleren Spur staut sich der Verkehr um diese Uhrzeit stadtauswärts nicht, denn diese Fahrbahn wird kurz hinter der Freybrücke zur Abbiegespur ins Wohngebiet in Alt-Pichelsdorf. Stadteinwärts wiederum gibt es um diese Uhrzeit an der Freybrücke keine Staus.

Die Frau starb noch am Unfallort. „Der 46-jährige Fahrer des Transporters erlitt einen Schock“, schreibt die Polizei. Sie war mit vielen Spezialisten und einer Drohne vor Ort.

Das Unglück hatte große Folgen für viele zehntausend Menschen. Es kam zu enormen Auswirkungen für den Berliner Berufsverkehr.

Tausende Pendler betroffen

Im Rahmen der Spurensicherung wurde die Heerstraße zeitweise in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Heerstraße ist die wichtigste Verbindung im Berliner Westen. 50.000 Autos und BVG-Busse rollen dort täglich lang. Betroffen waren auch tausende Pendler, die nach Potsdam, Falkensee oder ins Havelland wollten. Die Polizei sperrte die Heerstraße schon weit vorher – am Olympiastadion – und lenkte den Verkehr um.

Laut Verkehrsinformationszentrale (VIZ) versuchten viele auf die Havelchaussee auszuweichen, um durch den Wald zu fahren und bei Ikea weiter nach Westen zu gelangen. Doch der Verkehr kam dort komplett zum Erliegen: „60 Minuten Passierdauer“ meldete die VIZ für das kurze Stück, für das man sonst wenige Minuten braucht.

Die BVG passte den Fahrplan vieler wichtiger Busse an – die Linien M49, X49, X34 wurden geteilt. Wer im Bus saß, musste auf die S-Bahn ausweichen. Auch in Spandau gab es kein Durchkommen für BVG-Busse, weil sich ein langer Rückstau bildete und die Pichelsdorfer Straße verstopft war. Zwischen 19 und 20 Uhr wurden die Spuren in Richtung stadtauswärts wieder freigegeben.