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Wie Berliner Schulen mit Infektionsgefahr umgehen : Erste Berliner Schülerin am Coronavirus erkrankt

Das Mädchen war vor einer Woche mit dem ebenfalls erkrankten Lehrer und einer großen Schülergruppe aus Südtirol zurückgekehrt. Die Schule bleibt erstmal geschlossen.

Bis zum 16. März soll die Emanuel-Lasker-Sekundarschule in Friedrichshain geschlossen bleiben.
Bis zum 16. März soll die Emanuel-Lasker-Sekundarschule in Friedrichshain geschlossen bleiben.Foto: Annette Riedl/dpa

Nach einem Lehrer ist nun auch eine Schülerin der Friedrichshainer Emanuel-Lasker-Schule am Coronavirus erkrankt. Das teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Donnerstagmittag mit. Die Schule bleibe bis 16. März geschlossen. Damit waren zu diesem Zeitpunkt 13 Fälle in Berlin bekannt. Die private Berlin Metropolitan School öffnet laut Verwaltung bereits am morgigen Freitag wieder.

Wie berichtet, war eine große Gruppe mit 74 Schülern sowie einer Gruppe von Begleitern auf einer Skireise im Südtiroler Ahrntal. Die Gruppe kehrte am vergangenen Freitag zurück und nahm am Montag am Unterricht teil. Nachdem bei einem der begleitenden Lehrer eine Erkrankung am neuartigen Coronavirus festgestellt worden war, blieb die Schule zunächst geschlossen. Das galt zunächst auch für die komplette Modersohn-Grundschule, mit der die Lasker-Schule eng kooperiert.

Die anderen beiden Schulen sind wieder offen

Am Mittwoch öffnete nur eines der Modersohn-Gebäude. Das andere blieb noch für einen weiteren Tag geschlossen, weil es sich direkt neben der Lasker-Schule befindet. Am Donnerstag teilte die Bildungsverwaltung mit, dass die Lasker-Schule auch noch am Freitag geschlossen bleibe. In dem Schulgebäude fanden am Mittwoch und Donnerstag Coronavirus-Tests statt, die vom bezirklichen Gesundheitsamt vorgenommen wurden.

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Getestet wurden Kontaktpersonen, die mit der Lehrkraft auf einer Skireise der Schule in Südtirol waren. Dabei stellte sich heraus, dass auch eine Schülerin erkrankt ist. Auf Empfehlung des zuständigen Amtsarztes wurde daraufhin die Schließung bis zum 16. März angeordnet.  

In den Tiroler Schnee zieht es auch Berliner Schulklassen.
In den Tiroler Schnee zieht es auch Berliner Schulklassen.Foto: promo

Etliche Schülergruppen aus Berlin sind in Südtirol

Die Lasker-Schule ist nicht die einzige Berliner Schule, die Skireisen nach Südtirol veranstaltet: Zurzeit sind mehrere Schülergruppen in unterschiedlichen Tälern, darunter auch eine Gruppe mit rund 30 Schülern sowie Lehrern und begleitenden Eltern von zwei Tempelhofer Schulen. Sie kommen am Freitagabend regulär aus Meransen zurück. Das Gesundheitsamt entschied am Mittwochabend, dass die Teilnehmer erst am Mittwoch wieder zur Schule und zur Arbeit gehen sollen. Der Montag und Dienstag sollen der Abklärung dienen. In Italien gibt es bereits über 100 Corona-Tote. Alle Schulen und Universitäten sind bis zum 15. März geschlossen.

Nur geringes Risiko für Jugendliche

Die Metropolitan School in Mitte war von Dienstag bis Donnerstag geschlossen, weil ein Elternteil der Schule zu den Kontaktpersonen eines Infizierten zählte. Der Test des Elternteil räumte den Infektionsverdacht aus, so dass die Schule am Freitag "auf amtsärztliche Empfehlung" wieder ihren Betrieb aufnehmen kann, kündigte die Bildungsverwaltung an.

Das chinesische Amt für Seuchen hatte Anfang März altersspezifische Daten zur Infektion herausgegeben. Damals waren rund 44.000 Corona-Fälle bestätigt. Bei Kindern bis neun Jahre waren nur rund 400 Infektionen und kein Todesfall bekannt.

Bei den den Neun- bis 19-Jährigen wurden 550 Fälle bekannt und nur ein Todesfall. Diese Altersgruppe machte demnach zum Zeitpunkt der Studie nur 1,2 Prozent aller Infizierten aus*.

Bei den 1400 Erkrankten über 80 starben in China 20 Prozent.  

*In einer früheren Version war irrtümlich von 1,2 % Todesfällen die Rede.