• Siebtklässler bekommen mehr Zeit: Probejahr an Berliner Gymnasien wird wegen Coronavirus verlängert

Siebtklässler bekommen mehr Zeit : Probejahr an Berliner Gymnasien wird wegen Coronavirus verlängert

Senatorin Scheeres will Siebtklässlern die Chance zu geben, ihre Leistungen noch zu verbessern – wegen der dreiwöchigen Schulschließungen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind die derzeit Schulen geschlossen.
Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind die derzeit Schulen geschlossen.Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Gute Nachricht für Wackelkandidaten: Kein Schüler muss bangen, am Ende der siebten Klasse das Gymnasium verlassen zu müssen. „Wir planen, das Probejahr an Gymnasien ausnahmsweise ins nächste Schuljahr zu verlängern, um den Schülerinnen und Schülern wegen der besonderen Situation im Frühjahr 2020 die Chance zu geben, sich später noch zu verbessern“, teilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dem Tagesspiegel mit.

Zur Begründung verwies die Senatorin darauf, dass Fernunterricht „natürlich etwas anderes ist als Präsenzunterricht, gerade wenn es um eine Bildungsgangempfehlung geht“.

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Von den Gymnasien wird sie keine Gegenwehr erwarten müssen. Im Gegenteil. Noch bevor die Ankündigung bekannt wurde, verschickte die Vereinigung der Oberstudiendirektoren (VOB) eine Mitteilung, in der die Forderung nach einem Aussetzen der geltenden Probezeitregelung enthalten war.

Das gleiche Signal kommt aus den Gymnasien

„Die Probezeitentscheidung am Ende der Klasse 7 sollte in 2020 einmalig verschoben werden“, formulierte es der VOB-Vorsitzende Ralf Treptow. Es böte sich „einmalig an, diese Entscheidungen am Ende des ersten Halbjahres der Jahrgangsstufe 8 zu treffen“.

Dieser Punkt ist noch nicht entschieden: Die Bildungsverwaltung behält es sich vor, die Probezeit sogar um ein ganzes Jahr auf das Ende der achten Klasse zu verschieben.

Für die Sekundarschulen dürfte es in jedem Fall eine gute Nachricht sein: Sie haben kaum Platz für die sogenannten Umsteiger aus den Gymnasien und fordern ohnehin schon länger, dass die Gymnasien die Schüler behalten sollen, die ihren Ansprüchen nicht genügen.

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