Verbesserung bei der Berliner Feuerwehr : Geisel: "Alle müssen engagiert mitarbeiten"

Der Innensenator bilanziert die Bemühungen, den Zustand der Feuerwehr zu verbessern. Und bittet um Vertrauen.

Feuerwehr im Einsatz (Symbolbild).
Feuerwehr im Einsatz (Symbolbild).Foto: Paul Zinken/dpa

Innensenator Andreas Geisel (SPD), Landesbranddirektor Karsten Homrighausen und die Gewerkschaftsvertreter zeigten sich beim ersten turnusmäßigen Gespräch nach der Protestaktion „Berlin brennt“ im Frühjahr einig: „Wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht, die Zustände zu verbessern“, sagte Geisel, erste Maßnahmen seien umgesetzt: Die Feuerwehr bekomme mehr Nachwuchs, Fahrzeuge seien bestellt, der Beförderungsstau werde abgearbeitet.

Um der Personalnot entgegenzuwirken, soll den Freiwilligen Feuerwehren künftig der Wechsel zur Berufsfeuerwehr erleichtert werden, das Konzept soll im Frühjahr vorgestellt werden. Anfang September wurden für den mittleren Dienst 80 Prozent der angehäuften Überstunden in Höhe von 5,4 Millionen Euro ausbezahlt. Die Zahlungen an den höheren und gehobenen Dienst sollen folgen. Die restlichen 20 Prozent sollen über die kommenden drei Jahren durch Sonderurlaub abgegolten werden. Die Feuerwehrzulage solle spätestens zum Jahreswechsel rückwirkend zum 1. Januar 2018 eingeführt werden.

Probleme sind nicht von heute auf morgen zu lösen

Dass die Probleme der Berliner Feuerwehr aber nicht von heute auf morgen zu lösen sind, bekräftigten auch die anwesenden Gewerkschaftsvertreter: „Wir müssen viele Schritte machen, um am Ende den großen Fortschritt zu erreichen“, sagt Roland Tremper von Verdi. Um den erhöhten Bedarf an Nachwuchs ausbilden zu können, brauche auch die Feuerwehrschule mehr Kapazitäten: Mehr Ausbilder, mehr Fahrzeuge, mehr Unterrichtsmaterial.

Um die Schule kurzfristig baulich zu erweitern, seien Containerbauten geplant. „Das alles gleichzeitig zu schaffen, ist ein Unding“, so Tremper. Dagegen könne man sich wehren, müsse aber auch die Realität anerkennen. Und der Innensenator gestand zu: „Mir ist klar, dass wir eine Talsohle durchschreiten“, sagte Geisel nach dem Treffen auf einer Pressekonferenz.

Seit September wurde die Wochenarbeitszeit von 48 auf 44 Stunden verkürzt, wodurch die Belastung für den einzelnen Feuerwehrmann pro Schicht gestiegen ist. Mit Blick auf die Beschwerden mancher Feuerwehrleute warb Geisel um Vertrauen: „Wir werden die Situation nur verbessern, wenn alle engagiert arbeiten. Wer am Rande steht oder sich gar in die Krankheit abmeldet, verschlimmert die Situation für die Kollegen.“

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Die Gewerkschaftsvertreter begrüßten die konstruktiven und vertrauensvollen Gespräche. Oliver Mertens, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei sagte: „Wir freuen uns, dass der Innensenator Wort hält und die Gespräche im April keine Eintagsfliege waren.“ Gemeinsam wolle man weiter den Weg des Dialogs gehen.

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