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Wildstauden wie der Steppensalbei (Salvia nemorosa) sind besonders resistent.
© Andrea Warnecke/dpa-tmn

Hitze und Wassermangel in Berlin und Brandenburg: Von Bergminze bis Steppensalbei – Diese Pflanzen trotzen dem Klimawandel

Auf der Landesgartenschau in Beelitz forschen David Zimmerling und seine Kollegen zu Gewächsen, die gut mit hohen Temperaturen und Trockenheit klarkommen.

Hitze und Wassermangel werden die Pflanzenwelt in der Hauptstadtregion nachhaltig verändern. Welche Vegetation hier in der Zukunft beheimatet sein könnte, kann man schon jetzt schon auf dem Gelände der Beelitzer Landesgartenschau erfahren. Forschende haben dort ein spezielles Beet angelegt, um Pflanzen zu beobachten, die mit wenig Wasser auskommen und den Sonnenstrahlen trotzen.

Das Beet ist Teil des Forschungsprojekts KukPiK (Kleingehölze und krautige Pflanzen im Klimawandel). In Beelitz wachsen zum Beispiel die Amerikanische Bergminze, der Steppensalbei oder die Lorbeerblättrige Zistrose, erklärt David Zimmerling, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e. V. (LVGA) in Großbeeren, die hinter dem Experiment steht.

David Zimmerling von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e. V. (LVGA).
David Zimmerling von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e. V. (LVGA).
© Privat

„Die Pflanzen reagieren auf die Hitze“, sagt Zimmerling. Sie klappen zum Beispiel ihre Blätter ein, sodass weniger Wasser verdunstet. Die Arten auf dem Forschungsbeet seien in heißen Regionen beheimatet und hätten daher Besonderheiten, die ihnen das Überleben erleichtern, etwa kleine Härchen oder tiefe Wurzeln.

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„Das sind Spezialisten“, sagt Zimmerling. Und das müssen sie auch sein, denn von Zimmerling und seinen Kolleg:innen werden sie praktisch nie gegossen.

In Großbeeren, wo seit Frühjahr 2021 ein ähnliches, aber größeres Beet steht, sei bisher nur ein einziges Mal Wasser zugegeben worden, sagt der Forscher. Beim Überlebenskampf werden die Pflanzen unterstützt durch eine Mulchung. Das heißt, der Boden ist mit organischen Materialien bedeckt. Zum Beispiel mit Estrichsand, der aus Steinchen mit einem Durchmesser von zwei bis acht Millimetern besteht. Sie schützen den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung – und damit vor dem Austrocken.

Widerstandsfähige Pflanzen können zur Abkühlung beitragen

Das Forschungsprojekt KukPiK läuft noch bis Ende 2022 und wird von der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz gefördert. Das konkrete Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, mit denen städtisches Grün in Zukunft erhalten werden kann. In der Stadt strahle die Hitze von Gebäuden ab, erklärt Zimmerling, es gebe Hitzestau. Widerstandsfähige Pflanzen könnten zur Abkühlung beitragen. Außerdem möchte Zimmerling Pflanzen fördern, die Nahrung für Insekten bieten.

Die Landesgartenschau in Beelitz habe der LVGA die Möglichkeit gegeben, ihre Forschung einem breiten Publikum vorzustellen. „Für uns war das eine super Chance“, sagt Zimmerling. Es sei eine spannende Erfahrung, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen und ihnen die Methoden zu erklären. Denn mit den Folgen des Klimawandels müssten am Ende alle umgehen, meint der Forscher. Und Mulchmaterialien könne man auch im eigenen Garten einsetzen, um Ressourcen zu sparen.

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