Warum es am Set mit Sergio Leone Zoff gab

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Interview mit Marianne Koch zum 85. : "... und neben mir sitzt Ella Fitzgerald!"
Quizmaster Robert Lembke (stehend) mit seinem Rateteam (l-r) von "Was bin ich?": Guido Baumann, Annette von Arentin, Hans Sachs und Marianne Koch 1988.
Quizmaster Robert Lembke (stehend) mit seinem Rateteam (l-r) von "Was bin ich?": Guido Baumann, Annette von Arentin, Hans Sachs...Foto: picture alliance / dpa

In Hollywood wurden Sie Marian Cook genannt. Wie war das, Ihren Namen aufgeben zu müssen?

Koch wurde wie cock gesprochen, das ist ein Synonym für … Das ging natürlich gar nicht.

In Rom engagierte man Sie in den 60er Jahren für den Italo-Western.

Da wollte ich eigentlich schon ein neues Leben anfangen. Man wusste ja auch nicht, dass „Für eine Handvoll Dollar“ ein ganzes Genre begründen würde. Sergio Leone war einer der tollsten Regisseure, mit denen ich je zusammengearbeitet habe. Ein wunderbarer Mensch.

Und als Regisseur?

Er hatte ein klares Bild von dem, was er wollte, und hat sich mit Clint Eastwood ziemlich oft gestritten. Der war ein ganz anderer Typ, stoisch, geradlinig.

Wie sah das aus, wenn die sich zofften?

Dann haben sie sich zurückgezogen, das haben die nicht offen am Set ausgetragen. Der gegenseitige Respekt muss trotzdem groß gewesen sein, sie haben ja auch weiter miteinander gearbeitet.

Sind Sie wenigstens auf diese Rolle stolz?

Ich wollte die eigentlich nicht übernehmen. Nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, dachte ich, das sind ja alles fürchterliche Halunken. Der Hauptdarsteller der schlimmste, ein käuflicher Mörder.

Sie sind in eine Klosterschule gegangen …

… die kam da vielleicht durch. Aber dann hat mich doch das Honorar gelockt.

Sie führten ein selbstbewusstes Leben – und dann kamen Sie nach Deutschland zurück und warben ab 1968 für eine Gardine. Der Spot hing ewig an Ihnen.

Die Gardinen waren völlig okay. Außerdem war dann Schluss mit den Filmgagen, weil ich ja inzwischen Studentin war, in einen neuen Beruf einstieg.

So ganz haben Sie den alten nie aufgegeben. Für ein Interview mit Egon Bahr in der Talkshow „Drei nach Neun“ bekamen Sie den Grimme-Preis. Die Sendung war berühmt für ihre Frechheit.

Das war nicht Schauspielerei, das war Journalismus. Es gab damals bereits einige andere Talkshows. Aber dort wurde lieb gefragt und nett geantwortet. Wir wollten etwas anderes.

Sie haben Amanda Lear aus dem Studio gewiesen, weil die mit Ihnen nicht über Transgender, sondern über ihre neue Platte sprechen wollte.

Ich habe nie jemanden aus dem Studio gewiesen. Sie ging wahrscheinlich freiwillig. Wolfgang Menge war der Originellste in unserer Moderatorenrunde. Vom Schneider von Königin Elizabeth wollte er die Maße der Queen wissen. Und als Beate Uhse ins Studio kam, fing er an, mit ihr über die Preise der Dildos zu diskutieren.

Und während Sie abends im Fernsehen präsent waren, betrieben Sie tagsüber in München eine internistische Praxis. Standen Ihre Fans dort Schlange?

Die Arbeit in meiner Praxis war das eigentlich Wichtige. Ich hatte eine Arzthelferin mit einem sehr guten Gefühl dafür, wer da kommt. Wer nur zu mir wollte, weil ich einmal die Schauspielerin war, der wurde eher entmutigt. Meine Praxis war auch am Münchner Ostbahnhof, keine Schickimicki-Gegend, sondern eine mit vielen alten Leuten, Gastarbeitern, eben normalen Menschen.

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