18 Uhr 30 oder 19 Uhr 20? : Zukunft des "Weltspiegel" bleibt ungewiss

ARD bastelt weiter am Progranm für den Vorabend am Sonntag nach dem Ende der "Lindenstraße"

Von Mann zu Mann. WDR-Intendant Tom Buhrow (rechts) übernimmt den ARD-Vorsitz von BR-Chef Ulrich Wilhelm.
Von Mann zu Mann. WDR-Intendant Tom Buhrow (rechts) übernimmt den ARD-Vorsitz von BR-Chef Ulrich Wilhelm.Foto: obs

Die neun Intendantinnen und Intendanten der ARD wollen wenn nicht alles, so doch etwas richtig machen. Also am Sonntag einen Vorabend programmieren, der beim Publikum des Ersten ankommt. Da fängt die Zeit an zu drängen, weil die "Lindenstraße" im März 2020 endet. ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte nach der Hauptversammlung am Mittwoch in Stuttgart, dass für eine Neugestaltung des Vorabendprogramms am Sonntag derzeit intern verschiedene Konzepte erarbeitet würden. Eine Entscheidung ist demnach noch nicht gefallen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass zu den diskutierten Varianten auch die Verlegung des Auslandsmagazins "Weltspiegel“ von jetzt 19 Uhr 20 auf künftig 18 Uhr 30 Uhr gehört, was nicht nur bei den Auslandskorrespondenten des Senderverbundes für Unmut gesorgt hatte. Den Überlegungen einer Mehrheit unter den Programmdirektoren zufolge könnte stattdessen die „Sportschau“, die derzeit am Sonntag ab 18 Uhr gesendet wird, auf dem Sendeplatz direkt vor der „Tagesschau“ laufen. Herres hatte sich vor der Intendantensitzung am Montag gegen eine Vorverlegung des „Weltspiegels“ ausgesprochen. Das komme nicht in Frage. Eine Entscheidung über ein geändertes Sendeschema müssten die ARD-Intendanten einstimmig treffen. Für die Fans des "Weltspiegel" heißt dies, für den auffälligen Sendeplatz des Magazins weiterzukämpfen.

WDR übernimmt ARD-Vorsitz

Zu den weiteren Ergebnissen der Intendantentagung gehört, dass der Westdeutsche Rundfunk (WDR) Anfang 2020 die Geschäftsführung der ARD übernimmt. Neuer Vorsitzender des öffentlich-rechtlichen Senderverbunds wird damit WDR-Intendant Tom Buhrow, wie die ARD mitteilte. Stellvertretender Vorsitzender an Buhrows Seite wird der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, der noch bis Ende des Jahres die ARD-Geschäfte führt. Der 60-jähhrige Buhrow ist seit 2013 Intendant des WDR. Der BR hatte den ARD-Vorsitz seit Anfang 2018 inne, die Aufgabe wechselt in der Regel alle zwei Jahre im Kreis der neun Landesrundfunkanstalten. Der WDR hatte den Vorsitz zuletzt 2011/2012 übernommen. Noch eine Personalie: Tina Hassel, 55, bleibt für zunächst weitere zwei Jahre Chefredakteurin Fernsehen und Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios. Die Intendanten stimmten der Vertragsverlängerung bei ihrem Treffen in Stuttgart zu. Die WDR-Journalistin leitet das Berliner Studio seit Juli 2015.

Erfolgreiche ARD-Audiothek

Immer mehr Menschen greifen auf das Onlinehörfunkangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zurück. Seit Start der ARD-Audiothek vor fast zwei Jahren wurden mehr als 41 Millionen Audiobeiträge abgerufen. Mehr als 900 000 Mal sei die App, in welcher der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Podcastangebot zur Verfügung stellt, insgesamt auf Smartphones installiert worden. Demnach stieg die Nutzung der Audiothek besonders in den Sommermonaten Juli und August um 80 Prozent im Vergleich zu Mai und Juni. Besonders intensiv genutzt hätten Hörer die Audios aus den Kategorien "Hörspiel", "Comedy & Satire", "Doku und Reportage" sowie "Wissen", hieß es. Demnach stehen in der App täglich insgesamt etwa 80.000 Audiobeiträge zur Verfügung.