Gottschalk zeigt Verständnis für Entscheidung der ARD

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Aus für "Gottschalk Live" : Ende des Schreckens

Die Sendung wurde von Anfang an von Kritik begleitet. Die mehrfachen Unterbrechungen von „Gottschalk Live“ für Werbung und Wetter ließen sich zu häufig nicht mit den Gesprächen mit Gottschalks Gästen synchronisieren. An prominenten Gästen hat es indes nicht gemangelt. Gottschalk hatte Sportlegenden wie Franz Beckenbauer und Katarina Witt, den Modeschöpfer Karl Lagerfeld, Schauspieler wie Harald Krassnitzer und Uwe Ochsenknecht oder bekannte Musiker wie Sebastian Krumbiegel und Peter Maffay zu Gast. Auch die Unterstützung von TV-Kollegen wie Günther Jauch und Tom Buhrow war ihm sicher.

Thomas Gottschalk zeigte Verständnis für den Beschluss der ARD: „Ich nehme diese Entscheidung der Intendanten mit Bedauern zur Kenntnis, habe aber volles Verständnis dafür. Es war uns von Anfang an klar, dass wir mit diesem Format ein Experiment gewagt haben und ich war mir des Risikos zu jeder Zeit bewusst“, sagte der 61-Jährige, der im vergangenen Jahr die Moderation der ZDF-Samstagabendshow „Wetten, dass..?“ abgegeben hatte. „Über das Schicksal eines Fernsehmoderators entscheidet das Publikum, und ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es mir nicht gelungen ist, an diesem Programmplatz genügend Zuschauer zu begeistern“, sagte Gottschalk weiter.

An Versuchen, die Sendung aus dem Quotenkeller zu holen, hat es nicht gemangelt. Zuerst sollte Markus Peichl als Redaktionsleiter „Gottschalk Live“ neue Impulse geben. Im nächsten Schritt wurde das Studio umgebaut. Wo anfangs die Redaktion residierte, nahm nun das Studio-Publikum Platz. Der letzte Versuch bestand darin, die Sendung bereits am Nachmittag aufzuzeichnen, um für Gottschalk eine „entspanntere Situation“ zu schaffen.

Die Aufzeichnung der Sendung führte gestern dazu, dass Gottschalk trotz Absetzung weiterhin als „letzter König im Fernsehen“ gefeiert wurde, der im Vorabend regiert. Auch der Zusatz, „Gottschalk Live“ sei die meistgesehene Vorabend-Entertainmentshow wirkte deplatziert. Auf das Aus ging Gottschalk nur indirekt ein. „ Ich gehe nur, wenn eine Frau kommt, das würde ich fordern“, sagte Gottschalk zu Studiogast Anke Engelke, ohne das näher zu erläutern.

Die ARD-Intendanten haben sich indes der Einsicht gebeugt, dass Thomas Gottschalk der falsche Moderator auf dem falschen Sendeplatz mit dem falschen Sendekonzept war. Die Vertretung für die Sommerpause stand indes schon zuvor fest. Im Wechsel mit der Fußball-EM und den Olympischen Spielen lädt Kabarettist Dieter Nuhr zu einer Spielshow. Ihr Titel: „Null gewinnt“.

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