Hitzacker muss nicht geräumt werden

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Update
Hochwasser in Deutschland : Deichbruch und Zwangs-Evakuierung: Die Ereignisse des Freitags zum Nachlesen

14.30 Uhr: Die auf einer Insel gelegene Altstadt Hitzackers (Elbe) muss vorläufig doch nicht geräumt werden. Es werde je nach Hochwasserstand aktuell entschieden, sagte ein Sprecher des Kreises Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen am Freitag. Von der Evakuierung seien rund 250 Menschen betroffen. Wer jetzt sein Haus verlassen will, mache das freiwillig. Zunächst sollte die Altstadt bis Sonntagmittag evakuiert werden. Die Insel darf allerdings von Samstag an nicht mehr von Menschen betreten werden, die dort nicht wohnen.
Bereits am Freitag wurde sie für den Autoverkehr gesperrt. Die Altstadtinsel ist von Nebengewässern der Elbe komplett umschlossen.

14.10 Uhr: Auch in Lübben im Landkreis Dahme-Spreewald sind die Wasserstraßen frei. Der Fährverkehr läuft normal.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
1 von 443Foto: dpa
27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

13.50 Uhr: Die Helfer in den deutschen Hochwassergebieten bekamen am Freitag eine freundliche Aufmunterung aus Tunesien. Ministerpräsidenten Ali Larayedh brachte zu seinem Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zwei Tonnen Datteln für die Männer und Frauen in den Flutgebieten mit. Merkel sicherte zu, die Datteln nun über das Technische Hilfswerk (THW) verteilen zu lassen.

13.20 Uhr: Das Wetter könnte erneut für ein Verschärfung der Lage sorgen. Den überfluteten Regionen in Bayern und Sachsen drohen neue, schwere Regenfälle. Tief „Ira“, das am Freitag über Frankreich lag, zieht ostwärts und bringt vor allem der Südhälfte Deutschlands ein Wochenende mit heftigen Gewittern. Ergiebiger Platzregen, Sturmböen und Hagel seien möglich, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Freitag voraus.

Aller Voraussicht nach werde es Unwetterwarnungen für einige Regionen geben. Wo genau die Gewitter sich bilden, sei nicht klar. „Je weiter südlich, desto größer ist die Gefahr“, sagte Paetzold. Die Regenmengen sollen aber nicht mehr so gewaltig ausfallen wie in den vergangenen Tagen. Ob aber die Pegelstände der Flüsse zügig sinken, ist fraglich. Die Böden können nicht mehr viel Wasser aufnehmen - sie sind nach Angaben des DWD schon so nass wie seit 50 Jahren nicht mehr. Das verschärft die Hochwassersituation.

Von den insgesamt rund 23 Billionen Litern Wasser, die über Deutschland vom 20. Mai bis zum 2. Juni niedergingen, hatte Bayern nach Berechnungen des DWD mit 8,3 Billionen Litern den größten Teil abbekommen. In Sachsen summierte sich der Regen an den vier Tagen auf 2,5 Billionen Liter, in Thüringen auf 1,43 Billionen und in Hessen auf 1,2 Billionen Liter.
Das Temperaturniveau verspricht ein sommerliches Wochenende bei 18 bis 26 Grad, und nördlich der Mittelgebirge auch viel Sonnenschein, für den Hoch „Therese“ sorgt. Am Montag wird es im Süden noch regnen, aber danach setzt sich auch dort Sonnenhoch „Therese“ durch.

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