Debatte um Sexismus : Modeverlag kündigt Top-Fotografen wegen Sexismus-Vorwürfen

Nach der Weinstein-Affäre werden zahlreiche Frauen auch dem Mode-Fotografen Terry Richardson Sexismus vor. Der Verlag Condé Nast kündigte daraufhin die Zusammenarbeit.

Der US-Fotograf Terry Richardson kommt am 07.07.2011 in Berlin zu einer Modepräsentation im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Show.
Der US-Fotograf Terry Richardson kommt am 07.07.2011 in Berlin zu einer Modepräsentation im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Show.Foto: dpa/ Britta Pedersen

Der Verlag Condé Nast hat jegliche Zusammenarbeit mit dem Mode-Fotografen Terry Richardson (52) wegen Sexismus-Vorwürfen beendet. Das bestätigte ein Verlagssprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in London. Gegen den US-Amerikaner gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Richardson reagierte nach Angaben seines Sprechers „enttäuscht“.

Condé Nast bestätigte den Inhalt einer verlagsinternen E-Mail seines Vize-Präsidenten James Woolhouse, aus der der „Daily Telegraph“ zitiert hatte. Darin heißt es, dass die Zusammenarbeit mit Richardson sofort beendet werde. Alle Bilder, die bestellt wurden oder noch nicht gedruckt sind, sollten „zerstört und durch neues Material ersetzt“ werden. Der Verlag wollte keinen Kommentar geben.

„Terry ist enttäuscht, von dieser E-Mail zu hören, denn er ist bekannt für seine sexuell freizügige Arbeit“, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA einen Sprecher des hochbezahlten Fotografen. Alle Models hätten einvernehmlich mit ihm zusammengearbeitet. Condé Nast gibt Mode-Zeitschriften wie „Vogue“, „Glamour“ und „GQ“ heraus. Richardson fotografierte viele Stars, darunter Kate Moss.

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In den vergangenen Tagen hatten Berichte zahlreicher Frauen, die dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorwerfen, eine Lawine ins Rollen gebracht. Immer mehr Frauen erzählen - etwa in sozialen Netzwerken - von Übergriffen und Belästigungen. Die britische Zeitung „Sunday Times“ hatte am Wochenende Richardson als „Harvey Weinstein der Modebranche“ bezeichnet. In Großbritannien wird vermutet, dass dies zur Entscheidung von Condé Nast führte.

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