Update

Bewerbung um CDU-Vorsitz : So warben AKK, Merz und Spahn um die Delegierten

Auf dem CDU-Parteitag in Hamburg haben die Kandidaten für den neuen Vorsitz ihre Bewerbungsreden gehalten. Das Wichtigste im Überblick.

Wie eine allerletzte Regionalkonferenz: Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn (v.l.) bei der Fragerunde nach ihren Reden.
Wie eine allerletzte Regionalkonferenz: Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn (v.l.) bei der Fragerunde nach ihren Reden.Foto: John MACDOUGALL/AFP

In ihren Bewerbungsreden für den CDU-Vorsitz haben Anngegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn noch einmal ordentlich Werbung für die eigene Person gemacht. Die Saarländerin Annegret Kramp-Karrenbauer stellte sich als erste der drei Bewerber für den Parteivorsitz den rund 1000 Delegierten auf dem Parteitag vor, darauf folgten Merz und dann Spahn. Hier eine Zusammenfassung der Reden:

Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Rede auf dem CDU-Parteitag.
Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Rede auf dem CDU-Parteitag.Foto: Odd ANDERSEN/AFP

Kramp-Karrenbauer rief ihre Partei auf, "Mut" für die Aufgaben der Zukunft zu haben. Die CDU dürfe "nicht den Schwarzmalern hinterherzulaufen", sondern müsse mutig auch gegen den Zeitgeist Kurs halten, sagte die Generalsekretärin am Freitag auf dem CDU-Parteitag in Hamburg. Die CDU müsse die Digitalisierung vorantreiben, einen starken und konsequenten Staat durchsetzen und Verantwortung für das Gemeinwohl auch mit einem Gesellschaftsjahr schaffen.

Die CDU müsse mit ihren Ideen eine Strahlkraft entwickeln und daraus ihre Stärke ziehen und nicht, weil sie den stärksten Angriff auf den politischen Gegner fahre, sagte Kramp-Karrenbauer. "Das reicht mir für eine Volkspartei wie die CDU nicht aus." Die Partei müsse stark sein und "unzweideutig" zu ihrem Wertekompass stehen.

Kramp-Karrenbauer warb vor allem mit ihrer politischen Erfahrung um Zustimmung. Sie habe in diversen Regierungsämtern im Saarland gedient und gelernt, was es heiße, zu führen. Dabei habe sie auch gelernt, dass es mehr auf innere Stärke ankomme, als auf äußere Lautstärke. Gemeinsam mit den Mitgliedern habe sie harte Wahlkämpfe erfolgreich gemeistert und gewonnen, „gerade weil ich so bin, wie ich bin“.

Die natürliche Denkfabrik der Republik müsse die Partei sein, deren Mitglieder mehr einbezogen werden sollten, sagte Kramp-Karrenbauer. Nötig sei auch ein anderes Regierungshandeln, etwa bei den Problemen der Menschen, wenn die Bahn nicht komme oder die Bürger keinen Arzttermin bekämen.

Über ihre Konkurrenten sagte Kramp-Karrenbauer: "Keiner der drei Kandidaten wird der Untergang der Partei sein" und bekam dafür lauten Applaus der Delegierten. Für sie gebe es keine konservative, liberale oder wirtschaftsfreundliche CDU, sondern nur „die eine CDU“, die für viele eine Art Familie sei. Sie dankte zudem ausdrücklich der scheidenden Parteichefin Angela Merkel.

Friedrich Merz am Rednerpult.
Friedrich Merz am Rednerpult.Foto: REUTERS/Fabian Bimmer

Friedrich Merz rief die Partei in seiner Bewerbungsrede zu einer Erneuerung auf. "Von diesem Parteitag muss ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung unserer Partei ausgehen", sagte Merz am Freitag auf dem CDU-Parteitag in Hamburg. Es brauche einen "Strategiewechsel" beim Umgang mit Themen, in der Auseinandersetzung mit dem politischen Wettbewerber sowie in der Kommunikation mit den Bürgern.

Während der Zuspruch zu den Volksparteien abnehme, seien die Populisten von links und rechts "immer lauter und immer erfolgreicher", sagte Merz. Die AfD sitze inzwischen im Bundestag und allen 16 Landesparlamenten, während die CDU viele Wähler auch an die Grünen verliere. Dieser Zustand sei für ihn "einfach unerträglich", sagte der frühere Unionsfraktionschef.

Merz erneuerte seine Forderung nach einer "Agenda für die Fleißigen". Er sprach sich zudem für einen starken Staat aus und sagte im Hinblick auf die Einwanderungspolitik: "Es gibt auch Grenzen unserer Möglichkeiten."

Jens Spahn spricht zu den Delegierten.
Jens Spahn spricht zu den Delegierten.Foto: Christian Charisius/dpa

Jens Spahn rief in seiner Bewerbungsrede zu einem Neuaufbruch auf. Die CDU brauche kein "Weiter so" und "kein Zurück in die Vergangenheit", sagte Spahn am Freitag auf dem Bundesparteitag in Hamburg zu den Delegierten. "Was wir brauchen, ist eine Idee für die Zukunft, einen Perspektivwechsel". Ihn treibe die Frage um, wie Deutschland im Jahr 2040 aussehe werde. Er könne seiner Partei nicht versprechen, ein "bequemer Parteivorsitzender" zu sein. Aber die CDU könne sich auf ihn verlassen.

Mehr zum Thema

Spahn blickte auch auf das Rennen um den CDU-Vorsitz zurück: "Es hat uns gutgetan, dass da drei Bewerber unterwegs waren." Es sei wieder debattiert und um Ideen gerungen worden, sagte Spahn. Er wolle den Geist, die Freude an der Debatte bewahren. Er werde sagen, was er denke, dazu stehen, aber sich auch vor Argumenten nicht verschließen. Das wünsche er sich auch von den anderen Mitgliedern. Und dafür bitte er um ihr Vertrauen. (AFP, dpa, Tsp)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben