Casdorffs Agenda : Die neuen roten Sheriffs der SPD

Kommt jetzt die Kurskorrektur bei der SPD? Manuela Schwesig und Boris Pistorius wollen ihrer Partei mit den Themen Innere Sicherheit und Integration auf die Beine helfen. Ein Kommentar.

Manuela Schwesig.
Manuela Schwesig.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Sagen, was ist, erklären, wie es sein soll. Und beides in verständlichen Worten. Das hat die SPD neu zu lernen, wenn sie angestammte Wähler nicht verlieren und noch neue hinzugewinnen will.

Dafür hat sich jetzt eine Nord-Koalition zu Wort gemeldet, und dem Norden wird ja gemeinhin nachgesagt, direkter zu sein. Manuela Schwesig (Schwerin) und Boris Pistorius (Hannover) halten es übereinstimmend für elementar, dass die SPD Themen und Sorgen, die die Menschen täglich bewegen und persönlich betreffen, offen benennt. Innere Sicherheit im weiteren Sinn und Integration als „klassische sozialdemokratische Themen“, das hat man so beim bisher letzten SPD-Kanzler gehört. Auch dafür bekam Gerhard Schröder eine Mehrheit. An seiner Seite: Otto Schily als „Roter Sheriff“.

In dessen Tradition stellt sich jetzt Pistorius, und dazu an die Seite der Regierungschefin Schwesig. Beide treibt um, dass es doch arg oft der moralische Zeigefinger ist, der die Richtung der SPD vorgibt – hinein in den Graben zwischen Bürgern und Bundespolitik. Den zu überwinden kann aber jetzt gelingen. Denn die Ministerpräsidenten wollen mit der Kanzlerin noch einmal über die Jahrzehnt-Aufgabe Integration reden, und sie haben inzwischen einen der Ihren im Amt des Bundesinnenministers: Horst Seehofer hat immer gesagt, was aus seiner Sicht ist. Die SPD ist aufgerufen, jetzt zu erklären, wie es aus ihrer sein soll.

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