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Bekommt nicht seinen Wunschposten Washington, sondern die spannende Aufgabe des deutschen Botschafters in Washington: FDP-Fraktionsvize  Alexander Graf Lambsdorff.
© dpa / Kay Nietfeld

Moskau statt Washington: Außenministerin Baerbock blockiert Alexander Graf Lambsdorff als US-Botschafter

Der FDP-Fraktionsvize hätte Deutschland gerne in der US-Hauptstadt vertreten. Doch nun wird Andreas Michaelis, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, übernehmen.

Von Hans Monath

Die US-amerikanische Hauptstadt gilt als Standort der wichtigsten deutschen Botschaft. Entsprechend hochkarätig sind die Diplomatinnen und Diplomaten, die dorthin entsandt werden. Viele waren, wie auch die amtierende Botschafterin Emily Haber, zuvor Staatssekretärin oder Staatssekretär im Auswärtigen Amt.

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff, der ausgebildeter Diplomat ist, wäre gern als Botschafter nach Washington gegangen. Doch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) verhinderte das. Den Liberalen hält sie für einen Transatlantiker alter Schule, dem sie nicht zutraute, deutsche und europäische Eigenständigkeit gegenüber den USA etwa in der Chinapolitik genügend zu betonen, wie der Tagesspiegel nun erfuhr.

Im Hinblick auf Peking gibt es auch zur Politik des Demokraten Joe Biden Differenzen. Nun soll Andreas Michaelis, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, den Posten im Sommer übernehmen. Lambsdorff geht dafür nach Moskau.

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Bei der Entscheidung gegen die Berufung des FDP-Politikers nach Washington spielte für Baerbock demnach auch die Erwartung eine Rolle, dass Michaelis besser in der Lage sein könne, in der latenten Konkurrenz zwischen Auswärtigem Amt und Kanzleramt die Interessen des eigenen Hauses zu vertreten. Sowohl Kanzler Olaf Scholz (SPD) als auch Baerbock unterhalten gute, enge und persönliche Kontakte zu ihren Counterparts in der US-Hauptstadt. Michaelis sei in der Lage, aus beiden Strängen eine einheitliche deutsche Linie zu formen, hieß es.

Bei Sozialdemokraten und Grünen im Bundestag hält sich der Abschiedsschmerz von Lambsdorff in Grenzen. Wenn der FDP-Fraktionsvize dann gehe, so heißt es, sei endlich der Weg für einen Koalitionsantrag zur feministischen Außenpolitik frei, den der Liberale bislang blockiert habe.

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