• Fragen des Tages: Neuregelung zur Organspende und Unterstützung für Diaby – das war heute wichtig

Fragen des Tages : Neuregelung zur Organspende und Unterstützung für Diaby – das war heute wichtig

Außerdem: Berlin boomt nicht mehr und Straßenbahnen sollen nicht mehr quietschen. Die Themen des Tages samt Ausblick auf Freitag. 

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) favorisierte Widerspruchslösung bei der Organspende wurde abgelehnt.
Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) favorisierte Widerspruchslösung bei der Organspende wurde abgelehnt.Foto: dpa/Kay Nietfeld

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Was ist passiert?

• Neuregelung zur Organspende
Der Bundestag hat nach intensiver Debatte eine Neuregelung zur Organspende beschlossen. Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) favorisierte Widerspruchslösung wurde abgelehnt. Stattdessen gibt es jetzt eine Weiterentwicklung der geltenden Freiwilligkeitsregelung. Wie diese Regelung genau aussieht, können Sie hier nachlesen. Wie der Bundestag debattiert hat, erfahren Sie hier.

• Libyscher General Haftar bereit zu Waffenstillstand
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reist zum Kriegsherrn Chalifa Haftar nach Libyen. Dort erhält er die Zusage für einen Waffenstillstand. Am Wochenende findet in Deutschland eine Libyen-Konferenz statt. Mehr zum Besuch von Maas in Libyen erfahren Sie hier.

• Merkel sagt SPD-Abgeordnetem Diaby Unterstützung zu
Nach dem Angriff auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Politiker Unterstützung zugesagt. Auch andere Politiker sicherten dem Sozialdemokraten ihre Solidarität zu. Mehr zu den Reaktionen - auch von rechter Seite erfahren Sie hier.

• Berlin boomt nicht mehr
Die Zahl der Neuberliner ist so niedrig wie vor fast zehn Jahren. Genau 11.700 Personen mehr als im Januar 2019 lebten Ende September vergangenen Jahres in Berlin: 3,656 Millionen insgesamt. Im Verleichszeitraum 2018 waren es noch ein Plus von 20.000 Menschen. Anders sieht es in den Gemeinden in Brandenburg im Berliner Speckgürtel aus. Dort ziehen mehr Menschen hin als weg. Alle Hintergründe zu den Zahlen hier.

• Straßenbahnen sollen nicht mehr quietschen
Künftig sollen nur noch lärm- und erschütterungsarme Gleise gebaut werden. Ein entsprechender Antrag fand im Abgeordnetenhaus in Berlin eine Mehrheit. Mehr zu den leisen Straßenbahnen erfahren Sie hier.

Was wird diskutiert?

Eines der viel diskutierten Themen unter unseren Leserinnen und Lesern ist das Thema Organspende. Und natürlich wird auch die heutige Bundestagsentscheidung debattiert. Unter unseren Lesern gab es viele, die einer Widerspruchsregelung sehr skeptisch gegenüberstanden und entsprechend froh über die Entscheidung sind. Nutzer "ack" ist es nicht. "Schade, ein grundlegend falsche Entscheidung. Sie wird Leben kosten, die auf dem Altar falscher Prinzipien geopfert werden." Ihm entgegnet "Pat7": "Es könnte auch sein, dass so Leben gerettet werden,  weil der Patient sich entschieden hat sich nicht ausschlachten zu lassen und es so keinen Grund gibt einfach die Therapie / Behandlung abzubrechen um an seine Organe zu kommen." Verfolgen Sie die Debatte dazu unter anderem hier.  

Was könnte ich heute Abend lesen?

Es ist heute der meistgelesene Text auf Tagesspiegel.de Dabei geht es eigentlich um ein älteres Werk. Vor über 40 Jahren erschienen Klaus Theweleits „Männerphantasien“ nämlich schon. Der Spiegel widmete damals dem Buch eine achtseitige Rezension von Rudolf Augstein und er bezeichnete das Buch als „aufregendste deutschsprachige Publikation dieses Jahres“ Das war 1977. Das Buch bietet weitsichtige Erklärungsmuster für rechte Gewalt und nimmt sich dabei vor allem den Mann und seine Entwicklung vor. Nun ist es neu erschienen. Wobei neu nur bedeutet um ein Nachwort erweitert. Mein Kollege Hannes Soltau hat es sich trotzdem nochmal vorgenommen und geprüft, inwiefern die Erklärungsmuster von damals heute noch gelten. Und er findet, da steckt jede Menge Aktualität drin. Hier finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Besprechung.

Was könnte ich unternehmen?

Wenn Sie Sonntagabend mal nicht Tatort schauen wollen, sondern lieber ins Theater gehen wollen, dann könnte der Titel zwar etwas sperrig sein, das Stück aber lohnt sich. „Life on earth can be sweet) Donna" heißt es, wird am Deutschen Theater in Berlin aufgeführt und es ist eine Inszenierung von René Pollesch. Mit dabei sind unter anderem Milan Peschel und Martin Wuttke. Und unser Theater-Fachmann Rüdiger Schaper hatte große Freude an dem Stück, das eine "heitere Verzweiflung" sei, wie sie nur Peschel und Wuttke gelinge. "Dafür muss man Pollesch dankbar sein. Er bringt Schauspieler zusammen, an die man sich in Jahren noch erinnern wird. Und er hält die Lust auf ein Theater wach, das nicht nur wie eine Disco-Kugel um sich selbst kreist." Seine ganze Kritik können Sie hier lesen. Das Stück selbst steht am Sonntag, 19. Januar ab 20 Uhr auf dem Spielplan und es gibt auch noch Karten.Mehr Infos hier. 

Gibt es was im Fernsehen?

Die Grimme-Preise werden auch in diesem Jahr wieder vergeben - unter anderem an Filme und Serien. Mit dabei sind auch zwei Netflix-Serien, die im Bereich Jugend nominiert sind. Und die sind beide zu empfehlen. Zum einen "How to sell drugs online (fast)". Sehr amüsant und gut aufbereitet. Und "Die Welle". Eine Miniserie, die eine Art Radikalisierung der "Fridays for Future"-Bewegung aufzeigt. Auch packend mit gutem Sound. Gibt es beide bei Netflix.

Was sollte ich für morgen wissen?

Trecker-Demo in Berlin. Bis zu 1100 Trecker werden am Wochenende nach Berlin fahren, um für eine andere Agrarpolitik zu demonstrieren. Grund ist der Beginn der "Grünen Woche" in Berlin. Hier finden Sie einen Überblick, welche Straßen Sie Freitag und Samstag besser meiden.

Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga. Die Bundesliga kehrt aus der Winterpause zurück mit dem Spiel FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach. Union spielt am Samstagabend in Leipzig und Hertha dann am Sonntag gegen Bayern. Was Didi Hamann von der Rückrunde erwartet,können Sie hier im Interview nachlesen.

Zahl des Tages!

21 Millionen Klicks kassiert Youtube für Videos von Klimaleugnern. Und Youtube unterstützt dies indirekt durch seinen Empfehlungs-Algorithmus, weil so Nutzer auf diese Videos gelenkt würden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Kampagnenorganisation Avaaz. Darüber berichtet hier meine Kollegin Nora Marie Zaremba unseres Entscheider-Briefings Background "Energie & Klima".

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen.
Danke und herzliche Grüße

Ihr
Christian Tretbar
Mitglied der Chefredaktion

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