Isa El Sabbagh : Schüler aus Gießen wegen Terrorverdachts in Ägypten festgehalten

Ein Ehepaar hat nach wochenlanger Ungewissheit am Donnerstag erstmals wieder von seinem 18-jährigen Sohn gehört. Der Vater hat eine Online-Petition gestartet.

Der Flughafen von Kairo war eigentlich das Ziel der Reise des 18-jährigen Isa aus Gießen.
Der Flughafen von Kairo war eigentlich das Ziel der Reise des 18-jährigen Isa aus Gießen.Foto: Wux Huiwo/imago/Xinhua

Im Fall des seit dem 17. Dezember in Ägypten vermissten Isa El Sabbagh aus Gießen haben seine Eltern am Donnerstag erstmals Nachrichten über ihren Sohn erhalten. „Das Auswärtige Amt hat heute Vormittag bei uns angerufen und mitgeteilt, dass Isa in Ägypten von den Behörden festgehalten wird“, sagte Mohamed El Sabbagh dem Tagesspiegel. Es bestehe „Terrorverdacht“ gegen den 18-Jährigen, hieß es. Ihm sei empfohlen worden, einen Anwalt einzuschalten. Da sein Sohn nicht nur die deutsche, sondern auch die ägyptische Staatsbürgerschaft besitze, werde er dort wie ein Ägypter behandelt. Die deutsche Botschaft in Kairo bemüht sich demnach um konsularischen Zugang und betreue den Fall.

Er war eingecheckt, saß aber nicht im Flugzeug

Isa El Sabbagh war eine Woche vor Weihnachten mit dem Flugzeug vom Flughafen Frankfurt am Main nach Luxor gestartet und sollte von dort am selben Abend nach Kairo weiterfliegen. Für diesen Flug war er eingecheckt, betrat das Flugzeug aber nicht. In Kairo wollte er seinen Großvater besuchen.

Nach Angaben seines Vaters wählte Isa den Weg über Luxor aus Kostengründen: "Die Reise mit der Zwischenlandung in Luxor war günstiger." Das Rückflugticket Isas datiert auf den 31. Dezember. Doch die Familie hatte seit dem 17. Dezember kein Lebenszeichen mehr erhalten – bis am Donnerstag der Anruf vom Auswärtigen Amt kam.

Online-Petition hat mehr als 53.000 Unterzeichner

Auf der Internet-Plattform „change.org“ hat Mohamed El Sabbagh am Dienstag die Petition „Freiheit für meinen Sohn Isa!“ gestartet, die am Donnerstagnachmittag bereits mehr als 53.000 Menschen unterzeichnet hatten. „Die Sorge um unseren Sohn Isa zerfrisst mich und meine Frau“, heißt es dort. Die Information, dass ihr Sohn von den Behörden festgehalten werden, "hat uns wie ein Schlag getroffen".

Der 18-jährige Isa ist in Deutschland geboren und hat die doppelte Staatsbürgerschaft.
Der 18-jährige Isa ist in Deutschland geboren und hat die doppelte Staatsbürgerschaft.Foto: privat

Der 18-Jährige, der eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder hat, will in diesem Jahr sein Abitur machen. Die Weihnachtsferien in Hessen enden am nächsten Sonntag. Die Reise nach Kairo war die erste, die er alleine antrat.

Weiterer Deutsch-Ägypter ist in Gewahrsam

Zehn Tage nach Isa El Sabbagh verschwand ein weiterer Deutscher bei der Einreise nach Ägypten. Der 23-Jährige aus Göttingen, der ebenfalls beide Staatsangehörigkeiten besitzt, flog am 27. Dezember gemeinsam mit seinem Bruder von Saudi-Arabien nach Kairo, um Verwandte zu besuchen. Am Flughafen wurde er festgehalten, während sein Bruder weiterreisen durfte. Angehörige erfuhren später, er werde vom Geheimdienst festgehalten.

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