• Lesermeinungen zum SPD-Ja zur Groko: "Würde mich schämen, Merkels Steigbügelhalter zu machen"

Lesermeinungen zum SPD-Ja zur Groko : "Würde mich schämen, Merkels Steigbügelhalter zu machen"

Die SPD-Mitglieder haben mehrheitlich für eine Koalition mit CDU und CSU gestimmt. Lesen Sie dazu Meinungen aus der Tagesspiegel-Community.

Angela Merkel (CDU) mit Andrea Nahles (SPD) im Bundestag.
Angela Merkel (CDU) mit Andrea Nahles (SPD) im Bundestag.Foto: Michael Kappeler/dpa

Die Mehrheits-Entscheidung der SPD, erneut mit der Union in eine große Koalition zu gehen, wird auf Tagesspiegel.de kontrovers diskutiert. Lesen Sie hier eine Auswahl an Meinungen der User von Tagesspiegel.de:

"Philoktes": "Mit 66 Prozent Zustimmung zur Groko ein klares Ergebnis dafür. Nicht das was ich mir gewünscht hätte, aber so läuft es nun einmal in der Demokratie. Meine besten Wünsche an die SPD, sowohl zur Bildung einer stabilen Regierung in Deutschland als auch zur Erneuerung der eigenen Partei."

"Daemmi": "Totenstille im Willy-Brandt-Haus als Reaktion auf die Bekanntgabe des Ergebnisses. Und ein Olaf Scholz, der nichts ausstrahlt. Wie auch immer: Wozu braucht die SPD nun wieder viele Tage, um die Ministerposten zu verteilen? Als Bürger hätte ich gedacht, dass spätestens am Donnerstag die Regierung vereidigt wird."

"Elba33": "Als ersten Schritt zu einer Erneuerung sollte die SPD dieses altertümliche Abstimmungsverfahren abschaffen und sich ggf. moderner elektronischer Medien bedienen. Ich fand es unverantwortlich, dass Deutschland, Europa und die Welt wegen der brieflichen Abstimmung nochmals mindestens eine Woche länger als nötig auf ein Ergebnis des Votums und auf die Bildung einer neuen Regierung warten mussten. Aber ganz abgesehen davon kann ich dieser Art der Basisdemokratie nichts abgewinnen, denn gewählt haben auch die SPD-Mitglieder am 24.9.2017, und wir leben nun einmal in einer parlamentarischen Demokratie."

"Drin": "Ein schwarzer Tag für Deutschland. Jetzt geht es weiter mit Chaos, Demokratieabbau, Spaltung der Gesellschaft in Reiche und Arme, 2 Klassenmedizin, Mietwucher, Strompreiswucher, weiter Verschlechterung der Sicherheitslage, miesen Löhnen, skandalöse miese Renten, Preiserhöhungen ohne Ende und diesen ganzen anderen neoliberalen Mist... Ich würde mich was schämen, Merkels Steigbügelhalter zu machen. Die SPD wird diese Entscheidung bitter bereuen und bezahlen in Wählerstimmenverluste."

"Heinz321": "Die SPD wählt den bequemen Weg, der allerdings auch der direkte Weg in den Untergang ist."

"Lanze": "Das Votum hinterlässt eine gespaltene SPD mit 33 Prozent unzufriedenen Mitgliedern. Keine gute Voraussetzung für 3,5 Jahre Regierungsarbeit und schon gar nicht für eine Wiederwahl 2021."

"Provinzler": "Das war irgendwie klar. Immerhin ist ein Drittel der SPD-Mitglieder vernünftig. Das immerhin macht Hoffnung, auch wenn zu befürchten ist, dass die unterdrückt, stigmatisiert, ignoriert werden."

"Deutschtroll": "Ein Affentheater ohne Beispiel, ein Schaden für die Demokratie und die SPD geht offensichtlich davon aus, dass das lange Geziere ihr helfen könnte. 'Wir wollten ja nicht, wir mussten ja ...' Noch vier Jahre mit Frau Merkel - daraus kann nur die CDU wieder als Sieger hervorgehen, da der SPD nicht einmal wirklich akzeptable Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen. Weder mit Nahles noch Schwesig wird 'ein Blumentopf' zu gewinnen sein. Es dürfte bitter werden für die SPD ... Kühnert diente als Alibi ... wird er aber auch bald bemerken."

"Psychosis": "Eine kluge Entscheidung der Genossen mit einer eindeutigen Klatsche für den sonderbaren Chef der Jusos. Die Aussicht auf eine neue Regierung lässt auch das Wetter umschlagen. Nach tagelangem eisigen Frost erwarten wir heute endlich Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Wohlfühlatmosphäre wieder in Deutschland."

"Nairam": "Jetzt will die SPD also in die Groko, aber sie hat keine Minister dafür. Deshalb bleibt der Sack mit den Namen vorerst auch zu. Wahrscheinlich werden jetzt Stellenanzeigen geschaltet, um überhaupt jemanden für das Himmelfahrtskommando zu finden. Noch ein, zwei Prognosen und es wird Insolvenz angemeldet."

"Fabian.Steck": "Ich finde das gut. Dann bekommt die SPD nach der nächsten Wahl in 2 oder 4 Jahren unter zehn Prozent und macht endlich Platz für eine neue linksliberale Bewegung, die die Geschicke des Landes in die Hand nimmt."

"BerlinPilot": "Schade, aber eigentlich auch egal. Beide Parteien haben sicher gelernt und Merkel darf mit dem sicheren Gefühl, die Bürger nicht hinter sich zu haben, weiter regieren. Na denn, es gibt Schlimmeres."

"Aladin1": "Die Karrieristen in der SPD werden sich freuen, aber in spätestens vier Jahren werden sehr viele Leute Trauer tragen. Das wird nichts mehr mit der SPD, und mit der Erneuerung schon gar nicht."

"Jego2015": "Mit dieser Wahl und Zustimmung hat sich die SPD endgültig bei der nächsten Wahl von den Wählern verabschiedet, sie wird nicht mehr gebraucht. Ihre politische Kraft ist vorbei. Die jetzige Parteispitze sichert sich noch einmal ein gutes Auskommen für die Zeit danach. Wenigstens weiß der Wähler nun, das das Wort der SPD nichts mehr wert ist in dieser Gesellschaft."

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