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Lufthansa-Streik : Mehr als tausend Flugausfälle – Was Passagiere jetzt tun können

Am Donnerstag und Freitag streiken die Lufthansa-Flugbegleiter. Tipps, wie Fluggäste dennoch an ihr Ziel kommen können.

Flugzeuge der Lufthansa auf dem Flughafen Düsseldorf (Archiv).
Flugzeuge der Lufthansa auf dem Flughafen Düsseldorf (Archiv).Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Lufthansa sagt wegen des angekündigten 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter insgesamt 1.300 Flüge mit rund 180.000 betroffenen Passagieren ab. Am Donnerstag sollen in der Gruppe 700 von 3.000 geplanten Flügen gestrichen werden und am Freitag 600, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. In welchem Maße Berlin betroffen ist, konnten auf Anfrage weder die Airline noch die Flughafengesellschaft sagen.

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hatte zuvor den zweitägigen Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa für rechtens erklärt. Eine Gerichtssprecherin sagte, der Antrag der Lufthansa auf einstweilige Verfügung sei zurückgewiesen worden. Die geplanten Streikmaßnahmen seien „nicht offensichtlich rechtswidrig; dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit und Tariffähigkeit“ der Flugbegleitergewerkschaft UFO.

Lufthansa kündigte Berufung gegen die Entscheidung an

Lufthansa hatte die einstweilige Verfügung gegen den Streik am Dienstag beantragt. Die Lufthansa zweifelt die Vertretungsbefugnis der UFO für das Kabinenpersonal an. Der Konzern sieht die „Gewerkschaftseigenschaft“ ungeklärt.

Lufthansa erklärte am Mittwoch, der Konzern nehme die Entscheidung des Arbeitsgerichts „mit Bedauern zur Kenntnis“ und kündigte Berufung an.

UFO hat für Donnerstag ab 00.00 Uhr bis Freitag 24.00 Uhr zum Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa aufgerufen. Die Airline kündigte an, sie werde „alles dafür tun“, die Auswirkungen für die Kunden „so gering wie möglich zu halten“.

Streik bei Lufthansa – Was Kunden jetzt tun können

  • Im Internet hat die Lufthansa auf www.lufthansa.com einen Sonderflugplan veröffentlicht, auf dem Passagiere checken können, ob ihr Flug ausfällt oder nicht. Dazu müssen sie nur die Flugnummer eingeben. Allerdings kam es am Mittwochnachmittag zu Wartezeiten beim Zugriff.

  • Entwarnung gibt es für Reisende, die mit einer Lufthansa-Töchter fliegen wollen. Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline, Swiss, Edelweiss, Austrian Airlines, Air Dolomiti und Brussels Airlines sind vom Streik nicht betroffen und fliegen planmäßig, teilte die Lufthansa mit.

  • Derzeit wird geprüft, ob diese Töchter auf bestimmten Strecken größere Maschinen einsetzen können, um vom Streik betroffenen Passagieren alternative Verbindungen bieten zu können.

  • Alle Passagiere, also auch diejenigen, deren Flug stattfindet, können umbuchen, wenn sie am Donnerstag oder Freitag einen Flug von oder nach Frankfurt oder München gebucht haben oder eine Verbindung über eines der Drehkreuze läuft.

  • Man kann kostenlos auf einen Flug der Lufthansa-Gruppe umbuchen, der innerhalb der nächsten zehn Tage stattfindet.

  • Auf innerdeutschen Strecken können Fluggäste die Bahn nehmen. Dazu können Passagiere ihr Flugticket unter „Meine Buchungen“ auf www.lufthansa.com in einen Fahrschein der Bahn umwandeln.

  • Lufthansa-Kunden können sich auch telefonisch bei einer Hotline melden. Die Nummer lautet +49 (0) 69 86799799.

  • Eine Anreise zum Flughafen ist nicht nötig, allerdings empfiehlt die Lufthansa eine Sitzplatzreservierung für die Bahn.

  • Das Angebot der Bahntickets richtet sich an alle Lufthansa-Kunden, die einen Flug für Donnerstag oder Freitag gebucht haben, egal, ob der Flug gestrichen wurde oder nicht.

Keine Entschädigung für Lufthansa-Streik

Da Streiks - mit wenigen Ausnahmen - als höhere Gewalt gelten, können Passagiere, deren Flüge verspätet sind oder ausfallen, keine pauschale Entschädigung verlangen. Das heißt aber nicht, dass sie ohne Rechte sind.

Passagiere haben laut EU-Recht einen Anspruch auf eine Umbuchung. Die Lufthansa wollte alle betroffenen Passagiere bis zum Mittwochabend auf andere Flüge umgebucht haben. Reisende sollten sich online über den Status ihres Fluges und den Sonderflugplan informieren.
Wer am Flughafen festhängt, kann Betreuung verlangen. Ab einer Wartezeit von zwei Stunden stehen Ihnen bei Kurzstreckenflügen Getränke, Essen und notfalls auch eine Übernachtung im Hotel zu. Ist die Reiseroute länger, verlängert sich auch die Wartezeit.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat die Vertreter von UFO, aber auch der Konkurrenzgewerkschaften Verdi und Cabin Union (CU) für Mittwochabend zum Spitzengespräch eingeladen. UFO wollte zunächst nicht öffentlich mitteilen, ob die Gewerkschaft die Einladung annimmt. Die Flugbegleiter der Lufthansa dürfen wie geplant am Donnerstag und Freitag streiken. (mit AFP)

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