Rassistische Tweets des US-Präsidenten : Trump weiß ganz genau, was er tut

Mit seinen rassistischen Äußerungen will Trump Stammwähler mobilisieren. Ganz bewusst betreibt er vor der Wahl 2020 die Spaltung des Landes. Ein Kommentar.

Donald Trump, wie man ihn kennt: direkt und laut.
Donald Trump, wie man ihn kennt: direkt und laut.Foto: AFP

Auch wenn es viele anders sehen wollen: Donald Trump weiß genau, was er tut. Er weiß, welche Wirkung seine Worte haben. Der US-Präsident setzt bei seiner angestrebten Wiederwahl im kommenden Jahr nicht darauf, Wechselwähler für sich zu gewinnen. Er setzt darauf, seine Stammwähler zu mobilisieren, diejenigen, die nicht nur illegale Einwanderer als Bedrohung ansehen, sondern die den Wandel, die Diversifizierung der amerikanischen Gesellschaft im Ganzen ablehnen.

Genau dieser Wandel zeigt sich in der Zusammensetzung des Kongresses seit den Wahlen im vergangenen Jahr, den die vier von Trumps rassistischen Tweets angesprochenen Politikerinnen verkörpern. In Amerika geborene Latinas, Afroamerikanerinnen, Muslima oder Flüchtlinge aus Afrika, für Trump ist das offenbar alles ein und dasselbe: unamerikanisch, beziehungsweise nicht amerikanisch genug, um sich kritisch zu Wort melden zu dürfen.

Seine rechten Wähler, die Amerika mehrheitlich „weiß“ halten wollen, hören das gerne. Immerhin spricht da einer aus, was viele von ihnen denken, sich aber bisher nicht offen zu sagen trauten.

Alle anderen sollten Trump zumindest genau zuhören. Denn er offenbart, mit welcher Strategie er die Wahl gewinnen will: mit der weiteren Spaltung der Vereinigten Staaten. Ob ihm das gelingt, entscheidet aber der andere, der größere Teil der Gesellschaft. Wenn er sich denn mobilisieren lässt.

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