Streit mit Israel : Russland kündigt nach Flugzeugabschuss über Syrien Konsequenzen an

Russland macht Israel für den Abschuss eines russischen Militärflugzeugs durch die syrische Armee verantwortlich – und reagiert nun mit Maßnahmen.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergei Schoigu.
Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergei Schoigu.Foto: EPA/ALEXEY NIKOLSKIY/SPUTNIK/KREML

Nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeugs über Syrien in der Folge von israelischen Luftangriffen kündigt Russland nun konkrete Konsequenzen an. Die russische Armee werde die Kommunikation von Flugzeugen stören, die syrisches Territorium vom Mittelmeer aus angreifen, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung. In Regionen nahe Syrien über dem Mittelmeer werde es eine "Unterdrückung der Satellitennavigation, von Radarsystemen an Bord und der Kommunikationssysteme von Militärmaschinen geben, die Objekte in Syrien angreifen", führte der Minister aus.

Er kündigte überdies an, der syrischen Armee binnen zwei Wochen "das moderne Luftabwehrsystem S-300" zur Verfügung zu stellen. Diese Maßnahme sei von Staatschef Putin beschlossen worden und gehöre zu Russlands Reaktionen auf den Abschuss des russischen Militärflugzeugs.

Die syrische Armee hatte vor einer Woche versehentlich eine Iljuschin-Maschine der mit ihr verbündeten russischen Armee abgeschossen, als diese im Landeanflug auf die westsyrische Provinz Latakia war. Alle 15 Besatzungsmitglieder starben. Die syrische Luftabwehrrakete hatte sich eigentlich gegen israelische Kampfflugzeuge gerichtet, die einen Angriff über Syrien flogen.

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte das russische Verteidigungsministerium Israel für den Vorfall verantwortlich gemacht und von einem "feindseligen Akt" gesprochen. Das russische Außenministerin bestellte die israelische Gesandte in Moskau ein. Israel wies den Vorwurf zurück. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach später in einem beschwichtigendem Tonfall aber von einer "Verkettung unglücklicher Umstände".

In einem am Sonntag vorgestellten Untersuchungsbericht hat die russische Armee ihre Vorwürfe gegen Israel allerdings erneuert. Sie machte "irreführende Informationen" der israelischen Luftwaffe für den Abschuss des russischen Flugzeugs verantwortlich. Die Angaben der israelischen Luftwaffe über ihre bevorstehenden Luftangriffe hätten es dem russischen Flugzeug nicht ermöglicht, "rechtzeitig in ein sicheres Gebiet zu fliegen", sagte Militärsprecher Igor Konatschenkow. (AFP)

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