Waffendeal mit Russland : Erdogan verteidigt Raketenkauf gegen Kritik aus der Nato

Der russische Präsident Putin will die Lieferung des Raketenabwehrsystems S-400 an die Türkei beschleunigen. In der Nato hatte das Geschäft Besorgnis ausgelöst.

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan nach ihrem Treffen in Ankara.
Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan nach ihrem Treffen in Ankara.Foto: AFP PHOTO / ADEM ALTAN

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am ersten Tag seines Besuchs in Ankara eine schnellere Lieferung des Raketenabwehrsystems S-400 an die Türkei angekündigt. Er habe bei Gesprächen am Dienstag mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan über die Umsetzung des Liefervertrags gesprochen und die Beschleunigung vereinbart, sagte Putin im Anschluss an das Treffen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan.

Moskau und Ankara hatten das Waffengeschäft im vergangenen Jahr öffentlich gemacht. Erdogan verteidigte erneut die Bestellung der russischen S-400 gegen die Kritik von Nato-Partnern der Türkei. Die Entscheidung darüber sei der Türkei vorbehalten, sagte Erdogan. Die Angelegenheit sei nun abgeschlossen. In der Nato waren Besorgnis wegen der türkischen strategischen Ausrichtung sowie Zweifel geäußert worden, ob die russischen Systeme mit den Standards des westlichen Verteidigungsbündnisses kompatibel seien.

Differenzen zwischen der Türkei und zahlreichen Nato-Staaten bestehen zudem in der Bewertung des Giftanschlags auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal in Großbritannien und in der Haltung zum Bürgerkrieg in Syrien. Die USA unterstützen kurdische Rebellen in Nordsyrien, die Türkei geht militärisch gegen diese vor. (AFP)

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