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Wahlen in US-Bundesstaaten : Trumps Republikaner verlieren Stimmungstest in Kentucky

Der US-Präsident macht die Gouverneurswahl in seiner Hochburg Kentucky auch zur Abstimmung über das Impeachmentverfahren. Doch sein Kandidat unterliegt.

US-Präsident Donald Trump beim Wahlkampf in Kentucky
US-Präsident Donald Trump beim Wahlkampf in KentuckyFoto: Reuters/Yuri Gripas

Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in den USA haben die Republikaner von Donald Trump einen ersten Stimmungstest verloren. Bei der Gouverneurswahl im Bundesstaat Kentucky, einer Hochburg der Republikaner, siegte der demokratische Herausforderer Andy Beshear knapp vor dem republikanischen Amtsinhaber Matt Bevin.

Nach Angaben von CNN kam Beshear, Kentuckys Generalstaatsanwalt, nach Auszählung der meisten Stimmen auf 49,2 Prozent der Stimmen, Bevin auf 48,8 Prozent. Bei der Präsidentschaftswahl vor drei Jahren hatte Trump in Kentucky seine demokratische Rivalin Hillary Clinton mit einem Vorsprung von 30 Prozentpunkten deklassiert.

Wahlsieger in Kentucky: Der Demokrat Andy Beshear
Wahlsieger in Kentucky: Der Demokrat Andy BeshearFoto: dpa/AP/Bryan Woolston

Bevin, der seine Niederlage noch nicht offiziell eingestehen wollte, hatte im Wahlkampf voll auf Trump gesetzt. Der Präsident war am Tag vor der Wahl noch selbst in Kentucky und hatte vehement um Stimmen für Bevin geworben.

Dabei hatte Trump die Wahl in Kentucky sowie gleichzeitige Wahlen in den Staaten Mississippi und Louisiana auch zu einer Abstimmung über das von den Demokraten angestrebte Amtsenthebungsverfahren gemacht.

Demokraten übernehmen Kontrolle in beiden Kammern in Virginia

Bei der Wahl in Mississippi, wo Trump bei der Präsidentschaftswahl mit knapp 58 Prozent und einem Vorsprung von 18 Punkten triumphiert hatte, setzte sich der republikanische Vizegouverneur Tate Reeves nach den jüngsten Zahlen bei der Gouverneurswahl mit 52 zu 46,7 Prozent gegen den Demokraten Jim Hood durch.

In Virginia errangen die Demokraten erstmals seit 25 Jahren die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Der Parteichef der Demokraten, Tom Perez, sprach von einem „historischen Sieg“, der Trump „und alle Republikaner bis ins Mark erschüttern“ sollte. Die Demokraten würden nunmehr in jedem Wahlgang in jedem Bundesstaat mit „nie dagewesener Energie“ um den Sieg ringen. Und so würden sie Trump im kommenden Jahr schlagen, fügte Perez hinzu.

Ungeachtet der Niederlage seines republikanischen Kandidaten in Kentucky lobte sich Trump für seinen Einsatz und seinen Einfluss. Sein Wahlkampfauftritt in Kentucky haben einen „enormen Einfluss“ auf den Wahlausgang dort und in den anderen Staaten gehabt. Dadurch habe Bevin noch „mindestens 15 Punkte, vielleicht sogar 20“ zugelegt.

Trumps Wahlkampfmanager Brad Pascale sagte, der Präsident habe Bevin „gerade so über die Ziellinie gebracht“. Durch Trumps Einsatz habe Bevin in einem knappen Rennen besser abgeschnitten als erwartet. (Tsp)

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