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2:0 gegen RB Leipzig : Der FC Bayern siegt locker in Überzahl

Bayern München hat RB Leipzig souverän mit 2:0 bezwungen. Dabei half dem Deutschen Meister erneut eine frühe Rote Karte der Leipziger.

Robert Lewandowski machte mit seinem Treffer zum 2:0 früh alles klar für den FC Bayern.
Robert Lewandowski machte mit seinem Treffer zum 2:0 früh alles klar für den FC Bayern.Foto: dpa

Nach nicht einmal 15 gespielten Minuten trafen sich am Samstagabend viele der Münchner und Leipziger Protagonisten zur Diskussionsrunde, und der Versammlungsort lag nah der Leipziger Strafraumgrenze. Dort hatte RB-Kapitän Willi Orban kurz zuvor Bayern Münchens allein auf das Tor zustürmenden Arjen Robben zu Fall gebracht.

Zunächst schien es, als würde der Berliner Schiedsrichter Daniel Siebert ihm dafür die Gelbe Karte geben. Dann schaute er sich die Szene auf dem Bildschirm neben dem Platz an und griff sich anschließend an die hintere Hosentasche. Orban ahnte bereits, was auf ihn zukam. Er drehte sich weg, bevor Siebert die Rote Karte hervorholte. Der Platzverweis war eine richtige Entscheidung – doch damit war die Entscheidung in diesem Spiel schon fast gefallen.

„Das hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagte Münchens Abwehrspieler David Alaba zur Roten Karte. Die Bayern siegten danach locker 2:0 (2:0), aufgrund der Dortmunder Niederlage in Hannover übernehmen sie außerdem die Tabellenspitze, zum ersten Mal in dieser Saison.

Bayern dominierte das Spiel nach Belieben

66 Minuten hatte Leipzig am vergangenen Mittwoch gegen die Bayern in Unterzahl gespielt. Und am Ende des DFB-Pokalspiels unglücklich 4:5 im Elfmeterschießen verloren. Am Samstag, als beide Teams in der Fußball-Bundesliga schon wieder aufeinandertrafen, war Leipzig sogar 77 Minuten ein Mann weniger. Und, großer Unterschied zu Mittwoch, diesmal war RB ohne jede Chance.

Was war das für ein Pokalspiel gewesen unter der Woche – mit einem zurückgenommenen Elfmeter, einem unberechtigten Strafstoß, jeder Menge Dramatik und Hektik, mit einem in der Halbzeit mit seinem Handy aufs Spielfeld eilenden Leipziger Sportdirektor Ralf Rangnick und eben der Gelb-Roten Karte gegen Naby Keita. Knapp drei Tage hatten alle Beteiligten danach Zeit, wieder ein bisschen runterzukommen.

Zunächst gab es in der Münchner Arena gleich eine längere Unterbrechung, weil Mats Hummels dem nur einige Meter entfernten Yussuf Poulsen den Ball unbeabsichtigt ins Gesicht geschossen hatte. Waren die Bayern schon vor Orbans Foul die bessere Mannschaft, so dominierten sie nach dem Platzverweis eindeutig das Geschehen.

Einen Freistoß von Robben konnte Leizpigs Torwart Peter Gulasci noch mit einer Hand abwehren, kurz danach war er geschlagen: Robben spielte mit Sebastian Rudy Doppelpass, passte nach innen, James Rodriguez veredelte den Spielzug zur Führung. Gästetrainer Ralph Hasenhüttl reagierte auf den für ihn höchst unerfreulichen Verlauf des Spiels, er nahm Werner heraus und brachte mit Ibrahima Konaté einen Verteidiger. Die Niederlage in Grenzen zu halten war bereits Mitte der ersten Hälfte oberste Maxime.

Die Münchner sind nun erstmals Tabellenführer

Was durchaus verständlich war, denn zu diesem Zeitpunkt deutete längst alles darauf hin, dass es in Sachen Spannung keine Wiederholung der Ereignisse aus dem Pokal geben würde. Zu überlegen waren die Bayern, Leipzig kam überhaupt nicht gefährlich vor das Tor. Wenige Minuten vor der Pause legten die Bayern nach. Einen schönen Steilpass von Javi Martinez nahm Robert Lewandowski auf. 16 Meter vor dem Tor schloss er ab, Gulasci war wieder ohne Chance. „Nach der Roten Karte und dem schnellen Tor war das Spiel so gut wie entschieden. Nach dem zweiten Gegentor war es dann endgültig aus für uns“, sagte Leipzigs Diego Demme. Hasenhüttl brachte es auf den Punkt: „In der Halbzeitpause hätten wir nach Hause gehen können.“

Dass es aus Münchner Sicht keine uneingeschränkt perfekte erste Hälfte war, lag an der 44. Minute. Da musste Lewandowski wegen leichter muskulärer Probleme ausgewechselt werden, es kam Arturo Vidal. Direkt nach der Pause schaffte es Leipzig durch den eingewechselten Bruma zum ersten Mal halbwegs gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Doch Brumas Schuss hielt Torwart Sven Ulreich ohne Probleme.

Anschließend war RB wieder fast ausschließlich mit Abwehrarbeit beschäftigt. Das gelang ordentlich, auch bedingt durch die nun nicht mehr so druckvoll agierenden Bayern. Chancen gab es ohne Lewandowski kaum noch, das Spiel schleppte sich dem Ende entgegen. Beide Teams sparten schon Kräfte für die anstehenden Aufgaben in der Champions League. Die Bayern treten bei Celtic Glasgow an, Leipzig beim FC Porto.

Aufregung gab es nur noch einmal, weil Thiago im längst entschiedenen Spitzenspiel, das eigentlich nie eins war, unnötig hart gegen Konaté einstieg. Diese Aktion brachte dem Münchner die Gelbe Karte ein und Hasenhüttl ordentlich in Rage. Kurz danach endete das unspektakuläre Spiel passenderweise ziemlich unaufgeregt: Schiedsrichter Siebert ließ sich vor einem Abstoß den Ball von Torwart Gulasci geben und pfiff überpünktlich drei Sekunden vor Ablauf der 90 Minuten ab.

„Wie wir mit einem Mann mehr in der zweiten Halbzeit gespielt haben, war ganz schlecht“, ärgerte sich Boateng. Trainer Jupp Heynckes sah die Sache dagegen deutlich gelassener: „Wichtig war, dass wir zu Null gespielt haben und die Defensive gut gearbeitet hat.“ (Tsp)

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