Bahnrad-WM im Velodrom : Lea Sophie Friedrich holt das nächste deutsche Gold

Auch am Samstag gibt es wieder Medaillen für das deutsche Team bei der WM im Velodrom. Dabei gehen die Frauen einmal mehr voran.

Lea Sophie Friedrich wusste gleich, wie gut sie war.
Lea Sophie Friedrich wusste gleich, wie gut sie war.Foto: dpa

Lea Sophie Friedrich brauchte nicht zur Anzeigetafel schauen. Die 20-Jährige vertraute auf ihr Gehör. Dass es Platz eins im 500-Meter-Zeitfahren geworden war, zeigte ihr die Reaktion der 4500 Zuschauer im Velodrom: „Alle haben geschrien. Da wusste ich es.“

Wieder gab es also bei der Bahnrad-WM im Kurzzeitbereich Grund zum Jubeln. Friedrich, 20 Jahre alt, hatte bereits in der Qualifikation die beste Zeit hingelegt, gefolgt von Pauline Grabosch. Beide waren am Mittwoch mit Emma Hinze am überraschenden Gold-Triumph im Teamsprint beteiligt gewesen. Am Freitag hatte Hinze den Sprint-Einzelwettbewerb für sich entschieden. Alle sechs deutschen Medaillen haben bislang die Frauen gewonnen.

„Ich bin einfach stolz, dass wir das hier so rocken“, sagte Friedrich

Wegen der besten Zeiten in der Qualifikation durften die Deutschen bei der Entscheidung im Zeitfahren als letzte auf die Bahn. Zunächst Grabosch, die die zu diesem Zeitpunkt drittschnellste Zeit fuhr (33,179 Sekunden). Würde das für Edelmetall reichen? Nein. Friedrich brauchte nur 33,121 Sekunden, sie verbesserte ihre persönliche Bestzeit um eine halbe Sekunde. Dahinter folgten Jessica Salazar Valles (Mexiko/33,154) und Miriam Vece (Italien/33,171).

„Ich bin einfach stolz, dass wir das hier so rocken“, sagte Friedrich nach dem erneuten Titelgewinn einer deutschen Fahrerin. Sie hatte zunächst einen Rückstand, drehte aber am Ende richtig auf: „Ich weiß, dass ich da sehr schnell bin.“ Genauso war es. Und es war erneut ein deutliches Signal, dass mit den deutschen Frauen auch nach der Ära Kristina Vogel/Miriam Welte sehr stark zu rechnen sein wird.

Zwei weitere Medaillen waren in der Einerverfolgung bereits sicher, bevor die endgültige Entscheidung fiel. Nur die Verteilung war noch offen. Es wurden Silber und Bronze. Lisa Brennauer hatte das Finale gegen Chloe Dygert (USA), die Weltmeisterin von 2017 und 2018, erreicht. Sie waren in der Qualifikation am Vormittag beide unter dem Weltrekord geblieben, Dygert fuhr gut eine Sekunde schneller als Brennauer. Im Finale stellte Dygert dann gleich den nächsten Weltrekord auf (3:16,937 Minuten). Brennauer war in 3:23,229 Minuten chancenlos.

Am Sonntag hofft Roger Kluge auf eine Medaille im Madison

Im kleinen Finale setzte sich Franziska Brauße mit zwei Sekunden Vorsprung gegen Lisa Klein durch. Etwa eine Stunde vorher sie noch zusammen im Madison gefahren und hatten beim Sieg von Kirsten Wild/Amy Pieters (Niederlande) den zehnten Platz belegt.

Für Roger Kluge steht der Höhepunkt am Sonntag an. Der Madison-Wettbewerb mit Theo Reinhardt, den das Duo bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2019 gewonnen hat. Stark präsentierte sich Kluge nun auch schon im Omnium, blieb aber ohne Edelmetall. „Platz vier ist immer undankbar. Klar hätte ich gern die Medaille mitgenommen. Aber es sollte nicht sein“, sagte Kluge. Den Titel gewann der Franzose Benjamin Thomas.

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