Jupp Heynckes hat 1998 mit Real die Champions League gewonnen

Seite 2 von 2
Champions League : Selbstbewusste Bayern haben keine Angst vor Real

Jupp Heynckes findet das durchaus lustig. „Ich kenne ja die spanischen Medien, die lassen sich öfter mal was einfallen“, sagt der Trainer des FC Bayern mit der viel zitierten Vergangenheit bei Real Madrid. „Aber glauben Sie mir: Diese 90 Minuten können auch für Real sehr lang werden!“ Heynckes hat Real 1998 als Trainer zum Champions-League-Sieg geführt, er hat immer noch Freunde in Madrid und spricht Spanisch so gut, dass ihm niemand die Fragen der Madrider Reporter übersetzen muss. Mit der Vokabel „miedo“ aber kann er nichts anfangen. „Miedo“ heißt Angst, „aber die haben wir nicht. Höchstens Respekt. Wir kommen hier her, um ins Endspiel einzuziehen, und ich bin mir sehr sicher, dass wir das schaffen.“ Schließlich hat der FC Bayern das Hinspiel vor einer Woche in München 2:1 gewonnen und geht mit einem leichten Vorteil ins Spiel.

Bildergalerie: Wie Chelsea den FC Barcelona überraschte

Champions League - Barca gegen Chelsea
Nach zwei Niederlagen in Folge jetzt auch noch das: Der FC Barcelona schafft gerade mal ein Unentschieden gegen den FC Chelsea.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: AFP
24.04.2012 23:00Nach zwei Niederlagen in Folge jetzt auch noch das: Der FC Barcelona schafft gerade mal ein Unentschieden gegen den FC Chelsea.

90 Minuten sind 90 Minuten sind 90 Minuten, überall auf der Welt und doch nie gleich lang. Diese Erkenntnis geht zurück auf Albert Einstein, der mit Fußball nicht all zu viel am Hut hatte, aber wie Uli Hoeneß in Ulm geboren ist. Und was die eineinhalb Stunden im Estadio Santiago Bernabeu betrifft: „Viel wichtiger sind eigentlich die ersten zwanzig Minuten“, sagt Bastian Schweinsteiger, denn das Stadion habe schon eine sehr eigene Atmosphäre, „die Zuschauer gehen am Anfang sehr emotional mit, die nehmen schon Einfluss, da geht es richtig zur Sache. Aber wenn die sehen, dass wir dagegen halten, werden sie schon ein wenig ruhiger“.

Der Mittelfeldspieler Schweinsteiger hat schon ein paar Mal in Madrid gespielt. Zuletzt vor fast genau zwei Jahren, aber da ging es nicht gegen Real, sondern gegen Inter Mailand im Finale der Champions League. Mit dem bekannten Ende, es war kein gutes für die Bayern, aber allemal Ansporn, es dieses Mal besser zu machen, wenn das Endspiel daheim in der Münchner Arena steigt. „Natürlich haben wir das immer im Kopf“, sagt Bastian Schweinsteiger, aber erst einmal gehe es jetzt gegen Real, das sei eines dieser Spiele, für die man lebe als Fußballspieler: „Darauf arbeitest du das ganze Jahr hin. Ich war ja eine Weile verletzt. Aber ich wusste, dass noch große Spiele kommen, ganz besondere Spiele. Natürlich motiviert dich so etwas.“

Die Kollegen Arjen Robben und Franck Ribéry hat es sogar so stark motiviert, dass sie nicht wussten wohin mit ihrem Adrenalin, worauf es in der Halbzeitpause des Hinspiels vor einer Woche zu einem handfesten Rencontre zwischen ihnen kam. Mit Konsequenzen für Robben, die auch bestens geschulte Visagisten nicht zu kaschieren vermochten. Als der niederländische Stürmer am Dienstag das Flugzeug Richtung Madrid bestieg, schimmerte es unter seinem Auge auffällig gelb. So etwas kommt auch im körperbetonten Fußball nicht so häufig vor, und Bastian Schweinsteiger muss sich schon ein wenig verbiegen, um daraus motivationsstiftende Wirkung abzuleiten. Das geht dann so: „Wenn wir als Einheit auftreten, gehört es auch dazu, dass man einem Mitspieler gegenüber klar und ehrlich auftritt.“ Und die Wahrheit kann halt manchmal wehtun.

Die Geschichte des Duells Bayern gegen Real in Bildern:

Historische Duelle: FC Bayern gegen Real Madrid
Zweikampf zwischen Bastian Schweinsteiger und Fabio Coentrao im Hinspiel der Champions League 2013/14. Der 1:0-Sieg von Real im Bernabeu war das bislang letzte Aufeinandertreffen der beiden Klubs.Weitere Bilder anzeigen
1 von 21Foto: Imago
29.04.2014 19:05Zweikampf zwischen Bastian Schweinsteiger und Fabio Coentrao im Hinspiel der Champions League 2013/14. Der 1:0-Sieg von Real im...
Artikel auf einer Seite lesen
Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!