Das Coronavirus verändert den Sport : Die Krise ist die neue Normalität

Jede große Krise hat die Menschheit verändert. Es muss und es wird auch im Sport nicht alles so weitergehen wie davor. Ein Kommentar.

Wo laufen wir hin? Das ist die vieles beherrschende Frage.
Wo laufen wir hin? Das ist die vieles beherrschende Frage.Foto: Arno Burgi/picture-alliance/ dpa

Sport ist das, was uns bewegt. Er ist in diesen Zeiten wichtig und vor allem findet er statt. Breitflächig. So viele Menschen wie derzeit sind selten zuvor durch die Landschaft gejoggt. So viele Fahrräder waren selten auf einmal unterwegs. Und selbstverständlich findet Sport auch in den Häusern, Wohnungen und Gärten statt, Fitnessübungen sind ja überall möglich.

Das alles ist positiv und zeigt, wie sich die Menschen in der neuen Situation bewegen und zurechtfinden. Es ist eine neue Normalität – die Krise ist zur neuen Normalität geworden.

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Vielleicht müssen wir deshalb alle umdenken. Vielleicht sind deshalb die ersten Sportarten, die wieder – realistisch gesehen – im Wettbewerb stattfinden können, die Sportarten, bei denen es kein Kontakt gibt. Zwischen Menschen jedenfalls, die Formel 1 bastelt ja schon an ihrem Saisonstart. Tennis sollte demnach auch schneller unbeschwert wieder möglich sein als die Kontaktsportart Fußball.

Jede große Krise hat die Menschheit und ihre Gewohnheiten verändert. Es muss und es wird nicht alles so weitergehen wie davor. Es wird Pleiten geben, es wird Klubs treffen, es wird Medien treffen, es wird engagierte Menschen treffen, die viel verlieren.

Es wird auch keinen Zeitpunkt geben, zu dem wir sagen, jetzt ist alles wieder normal und weiter geht es. Das ist naiv. Eine Rückkehr in die alte Normalität wird es kaum geben. Unsere neue Normalität ist vielleicht nicht schön. Das heißt aber nicht, dass wir nun keinen Blick für das Schöne und die Schönheit des Sports haben dürfen.

Im Gegenteil, das Wort Krise müssen wir nicht in den Mund nehmen. Was das für den Sport bedeutet: Freuen wir uns über das, was geht, läuft und fährt. Keine Angst, beim Sport anderer zuzuschauen ist immer noch möglich und wird möglicher: Der Ball wird auch wieder rollen, aber vorher sind nach vernünftigem Menschenverstand gemessen andere dran. Es sei denn, Geisterspiele zählen.

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