Erster Spieltag : Neue Regeln in der Bundesliga: Wer beißt, fliegt!

Videobeweis, Einwurf und moderne Kommunikationsmittel: Manches ändert sich. Aber zur Beruhigung: Fußball bleibt Fußball. Eine Glosse.

Ab unter die Dusche! Ein Schiedsrichter zeigt die Rote Karte.
Ab unter die Dusche! Ein Schiedsrichter zeigt die Rote Karte.Foto: Imago

Jetzt ist Schluss mit Sitzen! Und mit Knien auch! Ein Einwurf muss ab dieser Saison auf jeden Fall stehend ausgeführt werden. Nun war es nicht so, dass der Sitz-Einwurf in letzter Zeit um sich gegriffen hätte. Schließlich sind Einwurf-Flanken wie einst in den 90er Jahren von Fortuna Düsseldorfs Harald Katemann, auch als Schleuder-Harry bekannt, sitzend eher schwer hinzukriegen. Aber man weiß ja nie. Nun hat der Fußball-Weltverband Fifa die Regel modifiziert, sie wird in der Bundesliga ebenfalls angewandt.

Auch sonst ist wieder einiges anders. Zur Beruhigung: Fußball bleibt Fußball. Der Ball muss weiterhin ins Tor. Allerdings kommt er nicht mehr von Adidas, sondern von Derbystar. Es treten immer noch elf Spieler auf der einen Seite an und elf auf der anderen. Zumindest so lange keiner auf die Idee kommt, zuzubeißen. Diese Missetat ist neu in den Platzverweis-Katalog aufgenommen worden. Wer beißt, fliegt!

Pizzalieferant im Funkkanal

Sitzen und Beißen sind also zu unterlassen, wobei vor allem letzteres eigentlich selbstverständlich ist. Dafür ist jetzt moderne Technik erlaubt. „Kleine tragbare Elektro- oder Kommunikationsgeräte dürfen in der technischen Zone eingesetzt werden, sofern dies zu Taktik- oder Coachingzwecken oder zum Wohl der Spieler geschieht“, heißt es in der Regel. Hoffentlich klappt das besser als zu der Zeit, an die Bernhard Peters jüngst erinnerte. Der Sportdirektor des Hamburger SV kommt vom Hockey, da gibt es die Hilfsmittel seit zwei Jahrzehnten. In der Anfangszeit sei auch mal der gegnerische Trainer oder ein Pizzalieferant auf dem eigenen Funkkanal gelandet.

Weitaus weniger amüsant war in der vergangenen Saison die Diskussion über den Videobeweis. Nun soll alles besser werden. Mit kalibrierten Abseitslinien und mehr Transparenz für Stadionbesucher und TV-Zuschauer. Und, auch ganz neu: Der FC Bayern ist schon am ersten Spieltag Meister. Allerdings erst einmal nur Mehrweg-Meister. Ausgezeichnet von der Deutschen Umwelthilfe, weil die Bayern den Einweg-Becher im Stadion abgeschafft haben.

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