Neue Gesichter sorgen für Spannung : Die erfrischend andere Tour de France

Die Tour de France befindet sich auf dem Weg zu neuer Glaubwürdigkeit. Dank der neuen Generation um Egan Bernal und Emanuel Buchmann. Ein Kommentar.

Die Gewinner. Emanuel Buchmann (r.) und Sieger Egan Bernal machen auf sich aufmerksam.
Die Gewinner. Emanuel Buchmann (r.) und Sieger Egan Bernal machen auf sich aufmerksam.Foto: Gonzalo Fuentes/Reuters

Der große Sieger der Tour de France kommt aus dem britischen Team Ineos, vormals Sky. So war das seit 2012 bis auf eine Ausnahme stets. Alles wie gehabt also beim populärsten Rennen im Profi-Radsport? Tatsächlich täuschen die nackten Ergebnisse. Mit Egan Bernal hat ein neues Gesicht der Tour ihren Stempel aufgedrückt. Und der Kolumbianer war nicht der einzige Fahrer, auf den das zutrifft. Die Frankreich-Rundfahrt wirkte in diesem Jahr so erfrischend wie lange nicht. Sie war spannend bis zum Ende, es gab gleich mehrere Sieganwärter und keinen wirklichen Überfahrer.

Dazu hat auch Emanuel Buchmann beigetragen. Der Deutsche steht für die neue Generation im Radsport, seine Entwicklung zum Spitzenfahrer erscheint logisch, weil er sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert hat. Die große Aura strahlt er zwar noch nicht aus, aber seine Leistungen sprechen für sich. Und er hat sein Limit wohl noch nicht erreicht.

Die Vorstellung, dass es bei der Tour de France nicht ohne leistungssteigernde Substanzen geht, ist immer noch weit verbreitet. Hier lastet die Vergangenheit schwer auf einer ganzen Sportart. Die nachrückenden Fahrer haben es inzwischen geschafft, dass wieder mehr über das Rennen an sich als über mögliches Doping gesprochen wird. Natürlich radelt der Zweifel auch weiterhin mit, gerade weil immer noch Profis, Trainer und Sportliche Leiter unterwegs sind, die nicht über jeden Verdacht erhaben sind.

In den vergangenen drei Wochen war das jedoch kein großes Thema. Das Rennen hat sich neues Vertrauen erarbeitet. Es liegt an den Sportlern, es nicht zu missbrauchen. Damit die Frischzellenkur für die Tour de France weitergehen kann.

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